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Weltweit erste Implantation von DuraHeart

20.01.2004


Kleine Pumpe unterstützt die Pumpleistung des Herzens


Röntgenbild: Die Lage der DuraHeart-Pumpe im Brustkorb


. l.: Oberarzt Dr. Michiel Morshuis, Oberarzt Dr. Aly El Banayosy, Prof. Dr. med. Reiner Körfer und Oberarzt Dr. Latif Arusoglu am Bett des Patienten


Premiere im Herz- und Diabeteszentrum NRW

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Klein, verschleißfrei und geräuscharm ist das neue Linksherzuntersützungssystem DuraHeart, das nach knapp 15-jähriger Entwicklungszeit nun Weltpremiere hat: Prof. Dr. Reiner Körfer (Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie des Herz- und Diabeteszentrums NRW, Klinikum der RUB) und sein Team, Dr. Latif Arusoglu, Dr. Aly El Banayosy und Dr. Michiel Morshuis, setzten es am 15. Januar 2004 einem 68-jährigen Patienten weltweit zum ersten Mal ein. In einer dreistündigen Operation schlossen sie die elektromagnetisch gelagerte Pumpe an die linke Herzkammer und Hauptschlagader an, um das geschwächte Herz in seiner Pumpleistung zu unterstützen. DuraHeart kann sowohl zur Überbrückung bis zu einer Herztransplantation dienen, als auch eine Dauerlösung sein. "Dem Patienten geht es sehr gut," erklärte Prof. Körfer, "er hat die Operation problemlos überstanden und kommt bereits ohne künstliche Beatmung aus."

Spenderherzen sind knapp


DuraHeart kann Patienten helfen, die unter terminaler Herzinsuffizienz, d. h. nicht mehr heilbarer und ausgeprägter Pumpschwäche der Herzkammern, leiden. Bei diesen Patienten ist die Krankheit soweit fortgeschritten, dass eine Herztransplantation unumgänglich ist. Aber: Spenderherzen sind knapp. In Deutschland wurden 2003 rund 400 Herzen transplantiert, davon 80 im Herzzentrum NRW, der Bedarf ist aber um ein Vielfaches höher. Um die Wartezeit zu überbrücken, setzt man daher mechanische Kreislaufunterstützungssysteme (Ventricular Assist Device, VAD) ein.

Den Alltag allein bewältigen

DuraHeart besteht aus einer kleinen implantierbaren Pumpe aus Titan (Gewicht: 540 gr., Durchmesser: 73 mm), die durch Rotation den natürlichen Blutstrom unterstützt. In ihrem Inneren beschleunigt der magnetisch gelagerte Impeller mit ca. 1200-1500 Umdrehungen pro Minute das Blut. Eine externe Steuereinheit kontrolliert die Systemleistung und regelt die Energieversorgung von wieder aufladbaren Batterien oder einem Batterieladegerät. Im Gegensatz zu allen bisherigen mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen zeichnet sich DuraHeart besonders durch seine magnetische Lagerung (Levitation) - es ist verschleißfrei und verspricht eine sehr lange Haltbarkeitsdauer - und seine geringe Größe aus. Der geräusch- und energiearme Betrieb der Pumpe trägt zum weiteren Komfort bei. Ein solches System bedeutet für den Patienten eine enorme Steigerung der Lebensqualität. Er ist mobil und führt lediglich Steuereinheit und Batterien mit sich, mit denen er von anderen Energiequellen unabhängig ist. Mit diesem System können die Patienten nach Hause entlassen werden und Dinge des alltäglichen Lebens wieder alleine bewältigen.

Auftakt einer Multi-Center-Studie

Knapp 15 Jahre dauerte die Forschungsarbeit und Entwicklung des Systems der Firma Terumo Heart mit Hauptverwaltung in Ann Arbor, Michigan, USA. Die Erstimplantation im Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen ist Auftakt einer klinischen Multi-Center-Studie, die in Berlin, Wien und Paris fortgesetzt wird. Die CE-Zertifizierung für das Produkt und damit die Einführung in den europäischen Markt wird in naher Zukunft erwartet.

Erfahrung und Routine

Bereits 1999 setzten Prof. Dr. med. Reiner Körfer und sein Team das weltweit erste komplett implantierbare Kreislaufunterstützungssystem, das sog. LionHeart, ein. Seit 1987 werden im Herz- und Diabeteszentrum NRW Patienten mit Herzinsuffizienz im Endstadium mit den unterschiedlichsten VAD-Systemen (Ventricular Assist Device) und Kunstherzen therapiert. Insgesamt rund 800 Systeme haben die Spezialisten um Prof. Dr. Reiner Körfer bereits verpflanzt.

Weitere Informationen

Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Anja Brandt M.A., Georgstraße 11, 32545 Bad Oeynhausen, Tel. 05731/97-1955, Fax: 05731/97-2028, E-Mail: abrandt@hdz-nrw.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.hdz-nrw.de

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