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Neuartige Stents gegen wiederholte Vernegung der Herzkranzgefäße

10.12.2003


Herzzentrum Bad Krozingen, Universitätsklinikum Freiburg und Techniker Krankenkasse starten Modellvorhaben in Baden-Württemberg



Jedes Jahr werden bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße rund 26.000 Eingriffe am Herzen allein in Baden-Württemberg durchgeführt. Bei acht von zehn Patienten setzen die Ärzte dabei winzige Gefäßstützen, so genannte Stents ein. Diese Stützen sollen verhindern, dass sich die durch einen Ballon aufgedehnten Gefäße später wieder einengen. Bei jedem vierten Patienten kommt es trotzdem zu einer erneuten Verengung des betroffenen Gefäßes, einer Re-Stenose. Die Techniker Krankenkasse (TK) startet jetzt in Baden-Württemberg ein Modellvorhaben mit neuartigen, medikamentenbeschichteten Stents. Die ersten Kooperationspartner im Land sind zwei Kliniken in Südbaden: die Kardiologie des Universitätsklinikums Freiburg und das Herzzentrum Bad Krozingen. Ziel des Projektes ist, wiederholte Eingriffe bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit drastisch zu senken und die Kosteneffektivität der Behandlung trotz der deutlich teureren Stents zu überprüfen.



Hauptursache für die Wiederverengung der Gefäße: Die Gefäßwand reagiert auf die eingesetzte Gefäßstütze mit verstärktem Zellwachstum. Prof. Dr. Franz-Josef Neumann, Ärztlicher Direktor des Herzzentrums Bad Krozingen, erläutert: "Die neuen Stents geben über mehrere Wochen ein Medikament ab, das die Gewebewucherung unterdrückt. Gleichzeitig bildet sich um den Stent herum eine glatte Schutzschicht aus den Zellen der Gefäßinnenwand. So sinkt die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden und das Herzkranzgefäß verstopfen."

Allerdings sind die neuartigen Stents teuerer als die herkömmlich verwendeten. In dem zweijährigem Modellvorhaben will die Techniker Krankenkasse in einer wissenschaftlichen Studie zusammen mit 30 Kliniken herausfinden, ob Patienten mit deutlich erhöhtem Risiko für die Re-Stenose von den medikamenten-beschichteten Stents profitieren. "Partner der TK in dem Projekt sind speziell qualifizierte Krankenhäuser. Die Stents werden nur von Kardiologen eingesetzt, die jährlich mehr als 75 Eingriffe an Herzkranzgefäßen vornehmen", betont Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Prof. Dr. Christoph Bode, Direktor der Kardiologie des Universitätsklinikums Freiburg, der die ersten der neuen Stents in Deutschland implantiert hatte: "Die Techniker Krankenkasse ist der Überzeugung, dass ihre Versicherten mit dem neuen Stent am besten versorgt sind. Deshalb ist sie bereit, den Stent zu bezahlen. Langfristig wird durch die stark verminderten Wiederholungseingriffe wahrscheinlich sogar Geld gespart. Der Herstellerfirma ist klar, dass so ein Stent auch funktionieren muss. Deshalb stellt sie bei Versagen des Stents einen neuen zur Verfügung. Das Krankenhaus steht auch nicht abseits und übernimmt die Kosten eines frühen Wiederholungseingriffs, wenn die Probleme nicht am Stent liegen. Bode ist Mitglied eines fünfköpfigen Beirates, der das Modellvorhaben lenkt und begleitet.

Kontakt:

Universitätsklinikum Freiburg
Prof. Dr. Christoph Bode
Ärztlicher Direktor
Abt. Kardiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

Herzzentrum Bad Krozingen
Prof. Dr. Franz-Josef Neumann
Südring 15, 79189 Bad Krozingen
Tel: 07633-402-0

Techniker Krankenkasse
Leiter der Landesvertretung Baden-Württemberg
Herrn Andreas Vogt
Heilbronner Str. 170, 70191 Stuttgart
Telefon: 0711-25095-400, Fax: -444

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

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