Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Total imaging matrix erlaubt weltweit erstmals Ganzkörperaufnahmen in einem Durchgang

25.11.2003


Siemens eröffnet eine neue Dimension in der Magnetresonanztomographie

Siemens Medical Solutions läutet eine neue Ära in der Magnetresonanztechnologie ein: Unter dem Namen Tim (Total imaging matrix) präsentiert das Unternehmen ein neuartiges Verfahren, das erstmals Ganzkörperaufnahmen in nur einer einzigen Untersuchung ermöglicht. Das Wechseln von Körperspulen, das Repositionieren der Patienten sowie das nachträgliche, aufwändige Zusammensetzen der Bilder zu einem Komplettbild gehören damit der Vergangenheit an. Die Aufnahmezeit für einen Scan von Kopf bis Fuß reduziert sich dadurch auf nur mehr zwölf Minuten, womit durch Tim eindrucksvoll die Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen verbessert werden. Das weltweit erste MR-System mit Tim-Technologie ist das Magnetom Avanto, das heute am Universitätsklinikum Tübingen präsentiert wird.

Herzstück der Tim-Technologie ist das revolutionäre Matrix-Spulen-Konzept, bei dem 76 Spulenelemente mit bis zu 32 Hochfrequenz-Kanälen [76x32] kombiniert werden können - was deutliche Verbesserungen bei Aufnahmegeschwindigkeit und Bildqualität ermöglicht. Bei herkömmlichen MR-Systemen können gleichzeitig nur bis zu acht Empfangskanäle angesteuert werden - genug für die Untersuchung einzelner Körperregionen, aber zuwenig für eine hochqualitative Ganzkörperaufnahme. Für eine derartige Komplettuntersuchung waren bisher viele verschiedene Spulen notwendig, diese mussten innerhalb einer Untersuchung samt dem Patienten umständlich repositioniert werden. Tim ermöglicht nun erstmals in nur einem einzigen Durchlauf eine Ganzkörperaufnahme von Kopf bis Fuß - und dies bei Patienten mit einer Größe bis zu 205 Zentimeter. Tim eröffnet damit vollkommen neue Dimensionen beispielsweise in der Krebsdiagnostik: Statt mehrerer Teilaufnahmen mit reduzierter Bildqualität liefert die Total imaging matrix eine gleichbleibend hohe Detailschärfe über den kompletten Körper hinweg. Die Analyse von Tumoren und systemischen, also über mehrere Körperregionen verteilten Metastasen, werden dadurch erheblich erleichtert und Befundbilder sicherer zu beurteilen. Gleiches gilt für Untersuchungen des Gefäß- oder Nervensystems. Das um bis zu 100 Prozent höhere Signal-zu-Rauschen-Verhältnis (SNR), das Siemens mit Tim realisiert hat, verbessert die Bildqualität noch weiter.

Maßstäbe setzt Tim auch beim Patientenkomfort: So wiegen die Empfangsspulen, die zur Aufnahme eines MR Bildes auf die fragliche Körperregion gelegt werden, durch eine besonders leichte und offene Bauweise ausgesprochen wenig. Die sogenannte Body Matrix Spule für die Total imaging matrix beispielsweise nur 950 Gramm. Zur Schonung der zu Untersuchenden trägt zudem die neuartige Fähigkeit von Tim und dem Magnetom Avanto bei, den Patienten auch mit den Füßen voran zu scannen, wodurch der Kopf bei lokalen Untersuchungen gar nicht mehr, bei Ganzkörperaufnahmen nur so kurz wie möglich innerhalb der Röhre bleibt. Das Beengtsein in herkömmlichen Geräten ist nicht nur für klaustrophobisch veranlagte Menschen sehr unangenehm.

Das neue Verfahren ermöglicht darüber hinaus die parallele Akquisitionstechnik, kurz PAT, wodurch Aufnahmegeschwindigkeit und Bildauflösung noch weiter gesteigert werden können - ein Vorteil ganz besonders bei der Untersuchung von sich bewegenden Organen wie Herz oder Darm. Tim ermöglicht die parallele Aufnahme von Bildern dabei erstmals in allen drei Richtungen über den gesamten Körper: von Kopf bis Fuß, von vorn nach hinten (med. anterior/posterior) sowie von links nach rechts - und dies erstmals auch ohne die bisher notwendigen, spezifischen PAT-Spulen. Der Arzt kann jetzt die für die klinische Fragestellung relevanten Areale frei wählen - von einzelnen Teilbereichen des Körpers bis hin zur kompletten Anatomie - ohne durch maximal anschließbare Spulenzahl oder deren Verfügbarkeit eingeschränkt zu werden. Die Tim Application Suite liefert dabei spezielle Routinen für eine Vielzahl klinischer Applikationen wie neurologische, kardiologische oder onkologische Untersuchungen, aber auch für die Angiographie, die Orthopädie und die Pädiatrie. "Tim ermöglicht uns, auf alle bisherigen Umständlichkeiten zu verzichten. Auf diese Weise lässt sich der klinische Arbeitsablauf signifikant verbessern und letztlich der Patientendurchsatz erheblich steigern - und dies bei hervorragender Bildauflösung und damit bester Bildqualität", sagte Prof. Dr. Claus D. Claussen, Direktor der Abteilung für Diagnostische Radiologie der Universitätsklinik Tübingen und Inhaber des Lehrstuhls für Radiologie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.

Neben dem Avanto, das serienmäßig mit der Tim-Technologie ausgestattet ist, können die bisherigen Produktreihen Magnetom Symphony, Sonata und Trio problemlos auf die neue Technologie aufgerüstet werden.

| ots
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/med-bilder/Tim-Avanto

Weitere Berichte zu: Magnetom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE