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Schilddrüsenknoten schonend operiert

25.11.2003


Anordnung der Miniinstrumente bei der endoskopischen Schilddrüsenoperation. Copyright: Abteilung Chirurgie, Krankenhaus Schwarzach


Wundsituation nach endoskopischer Entfernung des rechten Schilddrüsenlappens zwei Wochen nach der Operation. Copyright: Abteilung Chirurgie, Krankenhaus Schwarzach


Endoskopisches Verfahren zur besseren Kosmetik nach Schilddrüsenoperationen


Allein in Deutschland und Österreich haben mehrere Millionen Menschen Schilddrüsenknoten unterschiedlicher Größe. Zentrales Problem dabei ist, bösartige Knoten rechtzeitig zu erkennen. Für eine exakte histologische Beurteilung ist oft die chirurgische Entnahme der Knoten unumgänglich. Ein neuartiges endoskopisches Verfahren vermeidet große Schnitte und bewirkt günstigere kosmetische Ergebnisse. Im Krankenhaus Schwarzach wurden mit dieser europaweit neuen Methode bisher mehr als 90 Patienten erfolgreich operiert.

Knoten an der Schilddrüse sind nicht zu verharmlosen, sondern müssen von Spezialisten wie Endokrinologen oder Nuklearmedizinern abgeklärt werden. Dies geschieht in der Regel durch Ultraschall, Szintigraphie und gegebenenfalls mittels Punktion und zytologischer Beurteilung. Diese Untersuchungsmethoden geben jedoch keine absolute Sicherheit bezüglich Gutartigkeit oder Bösartigkeit der Knoten. Schon aus diesem Grund wird in vielen Fällen geraten, den Knoten chirurgisch entfernen zu lassen, um Gewissheit durch eine exakte histologische Beurteilung zu erhalten. Betrachtet man diese Operation als diagnostischen Eingriff, stellt sich heutzutage die Forderung nach kosmetisch günstigen Verfahren.


Üblicherweise erfolgen Eingriffe an der Schilddrüse über einen queren Schnitt an der Vorderseite des Halses. Selbst bei ungestörter Wundheilung entsteht so eine Narbe an einer für andere gut sichtbaren Stelle. Natürlich bemühen sich Chirurgen, die Schnittlänge bezogen auf die Größe der zu entfernenden Veränderung möglichst klein zu halten, jedoch an der kosmetisch ungünstigen Lage ändert sich dadurch wenig. Die Hauptgründe für Operationen an der Schilddrüse sind Knotenbildungen. Kleinerer Knoten bis drei Zentimeter können über den kosmetisch günstigeren endoskopischen Eingriff entfernt werden.

Seit März 2001 wird an der Abteilung Chirurgie des Krankenhauses Schwarzach ein neuartiges Verfahren in "Schlüssellochtechnik" zur Entfernung von kleinen Schilddrüsenknoten angewendet. "Unter videoendoskopischer Sicht operieren wir die Schilddrüse über drei bis vier nur wenige Millimeter große Einschnitte", erklärt Prim. Messenbäck, Leiter der Abteilung. "Den abgetragenen Schilddrüsenlappen entfernt der Chirurg über einen kurzen Schnitt, welcher im seitlichen Halsbereich exakt in eine Hautlinie gelegt wird und somit nach Abheilung kaum mehr erkennbar ist. Die Aussicht auf bessere Kosmetik trägt auch dazu bei, dass Patienten leichter zu einer medizinisch erforderlichen Knotenentnahme zu bewegen sind und so manches Karzinom frühzeitig diagnostiziert werden kann." Wie andere endoskopische Operationen liefert auch diese Methode besonders zufrieden stellende Ergebnisse in Bezug auf Wundgröße, Wundlage und Schonung der Haut, ein weiterer Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Verfahren sind geringere Nackenschmerzen nach der Operation.

Das Interesse an minimal invasiven Operationsmethoden in der Schilddrüsenchirurgie nimmt in der Fachwelt langsam, aber stetig zu. In Japan bieten bereits über zwanzig Zentren unterschiedliche minimal invasive Vorgehensweisen an, im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich bisher nur wenige Chirurgen intensiv mit diesem Thema. Das endoskopische Verfahren wurde von Dr. Messenbäck in diesem Jahr unter anderem bei Fachkongressen in Deutschland und Österreich, am europäischen Kongress für endoskopische Chirurgie und beim Kongress der laparoskopischen Chirurgen in den USA vorgestellt. Um diese Operationsmethode sicher durchzuführen, bedarf es zum einen ausreichender Erfahrung in der offenen Schilddrüsenchirurgie, insbesondere in Hinblick auf die Schonung der Stimmbandnerven. Zum anderen ist Erfahrung und Übung in anderen minimal invasiven Operationsmethoden (z.B. laparoskopische Gallenblasen-, Dickdarm- und Bruchoperationen) Voraussetzung. In Schwarzach wurde diese europaweit neue Operationstechnik bisher bei 93 Patienten mit bis zu 3 cm messenden Schilddrüsenknoten erfolgreich angewendet.

Kontakt:

Abteilung Chirurgie, Krankenhaus Schwarzach
Ansprechpartner: Prim. Dr. Franz Messenbäck
email: info@chirurgie-schwarzach.at
Tel. +43 6415 7101 7313

Prim. Dr. Franz Messenbäck | Textsite
Weitere Informationen:
http://www.chirurgie-schwarzach.at

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