Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Völlig neue MR-Aufnahmetechnik macht Ganzkörperbild in einem Schritt

24.11.2003


Siemens hat einen Magnetresonanztomographen (MR) entwickelt, der mit einer völlig neuen Aufnahmetechnik erstmals Ganzkörperaufnahmen in einem Schritt erlaubt. Das Verfahren verbessert auch die Aufnahmequalität und erlaubt so präzisere Diagnosen etwa bei metastasierenden Tumoren. Außerdem erleichtert es Patienten die Untersuchung "in der Röhre", weil der Kopf nur kurz in den Tomographen kommt - oder überhaupt nicht. Das weltweit erste MR-System mit der Tim-Technik, das Magnetom Avanto, wird am Dienstag an der Universitätsklinik in Tübingen vorgestellt. Bereits auf dem Markt befindliche MR-Geräte von Siemens können künftig nachgerüstet werden.


Mit dem Magnetresonanztomographen Magnetom Avanto von Siemens können auch sehr große Personen in einem Schritt von Kopf bis Fuß untersucht werden. Das weltweit erste MR-System mit der neuen Tim-Technik wurde am 25. November 2003 an der Universitätsklinik in Tübingen vorgestellt.



Tim steht für Total imaging matrix und bedeutet, dass 76 einzelne Spulenelemente mit 32 Empfangskanälen beliebig kombiniert werden können, was eine bis zu vierfach bessere Auflösung ergibt und den Scanbereich auf 205 Zentimeter ausdehnt. Bisherige Systeme erlauben die gleichzeitige Ansteuerung von maximal acht Kanälen und damit Aufnahmen bis zu einer Länge von 1,50 Meter. Ganzkörperbilder mussten daher wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Magnetresonanztomographen arbeiten mit starken Magnetfeldern, die auf die Kerne der Wasserstoffatome (Protonen) im Körper einwirken. Diese senden schwache elektrische Impulse aus, die von am Körper anliegenden Spulen registriert und mittels Empfangskanälen im MR-Tisch ausgelesen werden. Ein Computer errechnet aus diesen Informationen detaillierte Bilder des Körperinneren.



Mit dem neuen System kann ein Patient von Kopf bis Fuß in einem Schritt untersucht werden, ohne dass dabei Spulen gewechselt werden müssen oder der Patient seine Lage verändern muss. Er kann meist auch mit den Füßen zuerst gescannt werden, wobei der Kopf außerhalb der Röhre bleibt. In herkömmlichen MR-Geräten fühlen sich manche Menschen sehr beengt. Eine Komplettaufnahme im neuen Tomographen dauert nur zwölf Minuten, weniger als halb so lang wie in den bisher schnellsten Geräten. Ein weiterer Vorteil für den Patienten: Die Spulen, die ihm bei einer Untersuchung auf den Körper gelegt werden, sind wegen ihrer offenen Bauweise besonders leicht. Die Body-Matrix-Spule, von denen je eine auf dem Brustkorb und dem Bauchraum liegt, wiegt mit knapp einem Kilogramm die Hälfte von herkömmlichen Spulen. Außerdem ist das Magnetom Avanto etwa 30 Dezibel leiser und liegt damit unterhalb der Grenze, bei der Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben ist. Die so genannte Audio-Comfort-Funktion unterdrückt die Geräusche, die beim Umpolen der Magnetspulen in der Röhre entstehen.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens Newsdesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/newsdesk

Weitere Berichte zu: Magnetom Magnetresonanztomographe Tomograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive