Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiefer unter die Haut blicken: Hautkrebs früh erkennen

20.11.2003


Zellen menschlicher Haut in Schichten unterschiedlicher Tiefe. Sie werden durch Laser zum Leuchten gebracht. © Prof. Dr. König


Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung steigen die Heilungschancen von Hautkrebs. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert entwickeln dazu ein neuartiges Diagnoseverfahren: Sie kombinieren Laserdiagnostik mit endoskopischen Untersuchungen und können so tiefere Hautschichten unter die Lupe nehmen. Die Forscher gehören zu den Gewinnern des BMBF-Innnovationspreises zur Förderung der Medizintechnik.

... mehr zu:
»Hautkrebs »Laserstrahlung

Der Hautarzt betrachtet üblicher Weise mit einer speziellen Lupe die Hautpartien des Patienten. Bei der Entscheidung, ob eine Hautveränderung bösartig ist, hilft ihm vor allem seine Erfahrung. Eine Bildauswertungssoftware, Ultraschalluntersuchungen und andere Methoden können ihn dabei unterstützen.

Der häufig entscheidende Blick auch in tiefere Hautschichten soll nun durch die Verknüpfung von zwei Verfahren ermöglicht werden - mittels Laserstrahlung und Miniatur-Endoskopie. Der Arzt scannt dazu mit einem Laserstrahl geringer Leistung ein Hautareal des Patienten. "Wir ermitteln zuerst die Eigenfluoreszenz des Hautgewebes. Denn die Pigmente der Haut haben eine eigene Leuchtkraft, die ohne Zusatz von fluoreszierenden Mitteln mit einem Laser im Bereich des nahen Infrarot (NIR) von 700 bis 1 200 Nanometer angeregt wird. Diese Laserstrahlung dringt tief in das Gewebe ein und ermöglicht dem Arzt Einblicke ins Zellinnere", erklärt Prof. Karsten König vom IBMT die Untersuchungsmethode. Der Atmungsstoffwechsel, das Teilungsverhalten und die Form einzelner Tumorzellen sowie Zellen in den verschiedenen Hautstrukturen werden so sichtbar gemacht. Die Photonen, die von den leuchtenden Gewebebestandteilen ausstrahlen, werden in dreidimensionale Bilder umgesetzt. Diese Daten können dem Hautarzt zusätzlich Aufschluss bei der Diagnose von Hauttumoren geben.


Die Fraunhofer-Wissenschaftler entwickeln dieses neuartige Verfahren gemeinsam mit der Universität des Saarlandes und der Friedrich Schiller Universität Jena. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF unterstützt das Projekt zur Früherkennung von Hautkrebs in den kommenden zwei Jahren mit 200 000 Euro.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Karsten König, Telefon 06894-980-151, Fax -400, Karsten.koenig@ibmt.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Hautkrebs Laserstrahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Veränderungen im Genom weisen den Weg
30.06.2015 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Feinstaub aus modernen Benzinmotoren schadet unserer Lunge
29.06.2015 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Flugzeugflügel reparieren Risse von selbst

Prozess basiert auf Kohlefasern, die bei Schäden sofort aktiv werden

Forscher der University of Bristol http://bris.ac.uk haben Flugzeugflügel entwickelt, die sich im Falle eines Schadens selbst reparieren können. Als...

Im Focus: Aktuatoren – bewegt wie die Mittagsblume

Materialien nach dem Vorbild mancher Pflanzen könnten Robotern künftig zu natürlichen Bewegungen verhelfen

Wenn Ingenieure bewegliche Komponenten von Robotern entwickeln, können sie sich demnächst vielleicht der Kniffe von Pflanzen bedienen. Forscher des...

Im Focus: Iron: A biological element?

Think of an object made of iron: An I-beam, a car frame, a nail. Now imagine that half of the iron in that object owes its existence to bacteria living two and a half billion years ago.

Think of an object made of iron: An I-beam, a car frame, a nail. Now imagine that half of the iron in that object owes its existence to bacteria living two and...

Im Focus: Tausende von Tröpfchen für die Diagnostik

Forscher entwickeln neue Methode, mit der sie DNA-Moleküle in nur 30 Minuten zählen können

Wissenschaftler um Doktorand Friedrich Schuler von der Professur für Anwendungsentwicklung am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg...

Im Focus: Thousands of Droplets for Diagnostics

Researchers develop new method enabling DNA molecules to be counted in just 30 minutes

A team of scientists including PhD student Friedrich Schuler from the Laboratory of MEMS Applications at the Department of Microsystems Engineering (IMTEK) of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDE-Tagung zeigt Trends in der Simulation und Miniaturisierung

30.06.2015 | Veranstaltungen

Personal neu denken

30.06.2015 | Veranstaltungen

Wissenschaftlicher Kongress zum Zahnärztetag 2015: Spannung pur durch kollegiales Disputie

30.06.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VDE-Tagung zeigt Trends in der Simulation und Miniaturisierung

30.06.2015 | Veranstaltungsnachrichten

Personal neu denken

30.06.2015 | Veranstaltungsnachrichten

Dem Leben im Boden auf der Spur: Forscher untersuchen Lebensbedingungen von Mikroorganismen

30.06.2015 | Förderungen Preise