Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikament reduziert Grippesymptone um zwei Drittel

21.10.2003


Fähigkeit zur Virusbekämpfung bleibt erhalten



Ein neues Medikament kann die übertriebene Reaktion des Immunsystems auf den tödlichsten Stamm von Grippeviren deutlich reduzieren. Wissenschaftler des Imperial College haben das Medikament OX40:lg erfolgreich an Mäusen getestet, die mit A-Grippe infiziert wurden. Diese Form der Grippe war 1918 für den Tod von 20 Mio. Menschen verantwortlich. Es konnten sowohl der Gewichtsverlust als auch die Entzündung der Lungen um zwei Drittel verringert werden. Entscheidend dabei sei, dass das Virus trotz der Verringerung der Symptome erfolgreich bekämpft werden kann, erklärte die leitende Wissenschaftlerin Tracy Hussel gegenüber Newscientist.

... mehr zu:
»Lunge »T-Zelle


Um eine Dämpfung der Immunreaktion zu erreichen, untersuchte das Team mit OX40 ein Molekül, das bei der Entzündungsreaktion eine entscheidende Rolle spielt. Werden die Lungen normalerweise durch ein Virus angegriffen, kommt es zu einer Aktivierung der T-Zellen. Diese wandern in die Lungen um die Mikroben anzugreifen. Gleichzeitig wird ein zweiter Angriff des Immunsystems eingeleitet, der so genannte Cytokin-Sturm. Dieser Ansturm von Chemikalien verursacht eine Entzündung und kann sogar zum Tod führen. Nach ein oder zwei Tagen steigern die T-Zellen die Produktion von OX40. Dieses Molekül gibt den T-Zellen ein Überlebenssignal, das sie deutlich länger in der Lunge verweilen lässt. Laut Ian Hussel sei diese verlängerte Präsenz nicht notwendig und dehne auch den Cytokin-Sturm aus.

Das neue Medikament, das OX40 Fusionsprotein OX40:lg, funktioniert über die Anbindung an den OX40 Rezeptor und die Blockierung der aktivierten T-Zellen. Das von Xenova Research produzierte Medikament stoppte die Grippesymptome bei Mäusen. Versuchstiere, denen zur Kontrolle eine andere Substanz verabreicht wurde, verloren 25 Prozent ihres Körpergewichts, schienen gedrückt, zogen sich zurück und verloren sechs Tage nach der Infektion den Appetit. Mäuse, denen OX40:lg in die Nase gespritzt wurde, zeigten diese Symptome nicht. Zusätzlich war ihre Fähigkeit entsprechend auf eine zweite Grippeinfektion zu reagieren nicht beeinträchtigt.

Hussel geht davon aus, dass dieses Medikament grundsätzlich bei der Behandlung jeder Krankheit mit einer starken entzündlichen Reaktion wie auch Asthma und SARS zum Einsatz kommen könnte. Derzeit finden Tests für eine Asthmabehandlung mit Mäusen statt. Die Wissenschaftler hoffen, erste Tests mit OX40:lg an Erwachsenen 2004 durchführen zu können. Die aktuelle Studie ist im Journal of Experimental Medicine erschienen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.imperial.ac.uk
http://www.newscientist.com
http://www.xenova.co.uk

Weitere Berichte zu: Lunge T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften