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Intelligente Beschichtung für Implantate und Wundauflagen

14.10.2003


Eine Innovation aus der industriellen Gemeinschaftsforschung



Die Eigenschaften vieler Medizinprodukte wie Pflaster oder künstliche Blutgefäße, be-sonders ihrer Oberflächen, haben im komplizierten Wechselspiel zwischen Material und Körperflüssigkeiten oder Körperzellen einen entscheidenden Einfluss auf die Heilung. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ haben Wissenschaftler aus Bönnigheim und Denkendorf (beide Baden-Württemberg) sowie Dresden eine dauerhafte Beschichtung für Fremdmaterialien entwickelt, die längere Zeit am oder im Körper eines Patienten verbleiben. Diese Beschichtung passt sich selbstständig und physiologisch besonders verträglich an ihre Umgebungsbedingungen an.

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»Implantat »Protein


Nicht die Zellen selbst, sondern Proteine in ihrer äußeren Membran binden sich an ein Fremdmaterial. Die Zellbindung hängt also von der Proteinbindung ab. Jedes Protein hat auf seiner Oberfläche verschiedene Regionen, die eine wässrige Umgebung bevorzugen (hydrophil) oder wasserabstossend (hydrophob) sind. Für eine besonders gute Verträglichkeit sollte auch die Oberfläche eines Pflasters oder Implantates ähnliche Regionen aufweisen.

Die Innovation besteht aus einer nur rund fünf Nanometer dünnen, chemisch aufgepfropften Kunststoffschicht aus zwei chemisch verschiedenen Arten von Polymeren, die jeweils mit einem Ende am Fremdmaterial befestigt sind und wie winzige Bürsten abstehen. Je nach Umgebungsbedingungen reichert sich die hydrophile oder die hydrophobe Polymerkomponente an der Oberfläche an. Auf diese Weise können die Forscher die Vielfalt einer Proteinoberfläche auf kleinster Materialfläche nachstellen.

Ansprechpartner:

Dr. Maximilian Swerev
Bekleidungsphysiologisches Institut Hohenstein
Tel.: 07143 - 271-714
E-Mail: m.swerev@hohenstein.de

Silvia Behr | AiF
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

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