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Neuer Wirkstoff für bessere Verträglichkeit der Chemotherapie

02.10.2003


Ein neues Therapieverfahren, das von Forschern der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg entwickelt wurde, verspricht die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu verringern.


Grundlage ist das bekannte Krebsmedikament Doxorubicin, das unter anderem zur Behandlung von Brust- und Prostatakrebs eingesetzt wird. Es wurde von dem Team um Dr. Felix Kratz in der klinischen Forschungsabteilung von Prof. Clemens Unger so verändert, dass es eine deutlich verbesserte tumorhemmende Wirksamkeit aufweist und zudem die gefürchteten Nebenwirkungen wie Schädigung des Knochenmarks, Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall reduziert.

Die Chemotherapie zieht den gesamten Organismus des Patienten in Mitleidenschaft. Krebsmedikamente (Zytostatika) wie Doxorubicin, die über die Blutbahn im Körper verteilt werden, hemmen nicht nur das Wachstum der Krebszellen, sondern auch das der gesunden Zellen und lösen dadurch eine Reihe von Nebenwirkungen aus. Betroffen sind hauptsächlich Zellen der Haarwurzeln, der Schleimhäute und des Knochenmarks, die sich, ebenso wie die Krebszellen, schnell teilen.


Ein weiterer Nachteil von Doxorubicin und anderer Zytostatika ist, dass ihre vergleichsweise kleinen Moleküle die Tumorzellen nur in geringer Konzentration erreichen, was den Behandlungserfolg beeinträchtigt. Um die Wirksamkeit zu erhöhen, wurde Doxorubicin im Labor so verändert, dass es in der Lage ist, sich mit dem im Blut befindlichen Albumin zu verbinden, einem Eiweißstoff, der sich im Tumorgewebe anreichert. "Im Schlepptau des Albumin wird der Wirkstoff zielgenau in den Tumor transportiert", erklärt Felix Kratz. "Dort angelangt, gewährleistet eine im Medikament eingebaute Sollbruchstelle die Freisetzung von Doxorubicin im sauren Milieu des Tumors, während das gesunde Gewebe verschont bleibt."

Zahlreiche Versuche im Labor und am Tier verliefen sehr erfolgreich. "Die neue Verbindung zeigt gegenüber dem freien Doxorubicin eine deutlich stärkere tumorhemmende Wirksamkeit und ist besser verträglich", so Kratz. Im Sommer erhielt die Klinik für Tumorbiologie von der Ethik-Kommission grünes Licht für den Start der klinischen Phase I Studie. Inzwischen werden die ersten Patienten mit DOXO-EMCH, so das Kürzel des neuen Medikaments, behandelt.

Der Forschungsansatz wurde von der Dr. Mildred Scheel Stiftung der Deutschen Krebshilfe unterstützt.

Barbara Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.tumorbio.uni-freiburg.de

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