Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das kann ein Wässerchen trüben - Arsen und Uran in Mineralwässern

25.09.2003


Mineralwasser gehört zu den populärsten alkoholfreien Getränken und verzeichnet in Deutschland einen stetig wachsenden Verbrauch. Lag der Pro-Kopf-Konsum 1950 noch bei 3,8 l pro Jahr, so ist er bis heute auf 101 l pro Jahr angestiegen. Mineralwässer avancieren in der Verbrauchergunst zum "besseren" Trinkwasser, sei es durch Angst vor verunreinigtem Leitungswasser oder als Ausdruck des Lebensstiles.



Aus bis zu 1000 m Tiefe gewonnen und so vor Verunreinigungen im Vergleich zum Oberflächenwasser besser geschützt, enthält es eine Vielzahl essenzieller Minerale und Spurenelemente, die der menschliche Körper benötigt oder die heilsam auf Körperfunktionen wirken. Allerdings sind auch Stoffe enthalten, die in höheren Konzentrationen toxisch wirken können, wie z.B. die Schwermetalle Arsen (As) und Uran (U). Gesundheitsrisiken gehen von As und U dadurch aus, dass sie sich im Körper anreichern und langfristig zu gesundheitlichen Schäden (bei U z.B. Nierenkrebs und andere Störungen der Nierenfunktionen) führen können.

... mehr zu:
»Arsen »Uran


As und U gelangen durch Auswaschung natürlicher Lagerstätten, bergbauliche Aktivitäten, industrielle und medizinische Abfälle, aber auch über in der Landwirtschaft verwendete Phosphatdünger in Aquifer. Die Konzentrationen an Schwermetallen müssen bislang auf der Etikettierung nicht deklariert werden.

Im Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) wurden nun 233 Mineralwässer aus aller Welt auf ihren Gehalt an As und U untersucht. Die Spannweite der Gehalte lag zwischen Werten unterhalb der Nachweisgrenze der ICP-MS (0,015µg L hoch -1 As bzw. U) und 162 µg L hoch -1 As, bzw. 232 µg L hoch -1 U. Bei As lagen lediglich 2 % der Proben über dem Grenzwert für Mineralwässer und 6 % über dem (höheren) Grenzwert für Trinkwasser. Entsprechende Grenzwerte für U gibt es in Deutschland nicht. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird derzeit ein Grenzwert von 2 µg L hoch -1 empfohlen. In fast 20 % der untersuchten Mineralwässer wurde dieser Wert überschritten. Im Hinblick auf die Tatsache, dass sich das Verhältnis der Wasseraufnahme von Menschen weiter zu Gunsten der Mineralwässer verschieben wird, sind auch Risikostudien neu zu bewerten. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes ist daher eine Deklaration der As- und U-Gehalte auf Mineral- (und Tafel-)wässern, sowie die Aufnahme eines Grenzwerts für Uran in die Mineral- und Tafelwasserverordnung zu fordern.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Tel: 0531 596 2104
ewald.schnug@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.mineralwaters.org

Weitere Berichte zu: Arsen Uran

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise