Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erkenntnisse über Multiple Sklerose Protein wecken Hoffnung auf neue Medikamente

23.09.2003


Forscher der im australischen Melbourne gelegenen Monash University haben unter Verwendung der Synchrotronbestrahlung die Struktur eines Proteins aufgedeckt, das eine entscheidene Rolle bei der Multiplen Sklerose (MS) spielt. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten eines Tages zu der Entwicklung besserer Medikamente für die Behandlung dieser Krankheit führen.



MS ist eine entzündliche Autoimmunkrankheit des zentralen Nervensystems, welche sich in der Zerstörung von Nervenzellen umgebenden Schutzhüllen (Nervenscheide) äußert. Das Voranschreiten, das Ausmaß und die spezifischen Symptome der Krankheit können nicht vorhergesagt werden. Die Symptome können von Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen

... mehr zu:
»MOG »Nervenzelle »Protein »Sklerose

bis hin zu Lähmungen und Erblindung reichen.

Ein Forscherteam an der Monash University, geleitet von Dr. Jamie Rossjohn aus dem Fachbereich Protein Crystallography am Department of Biochemistry and Molecular Biology, hat in Zusammenarbeit mit Professor Claude Bernard der La Trobe University die Struktur eines MOG (Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein) genannten Proteins entschlüsselt, welches am äußersten Rand der Markscheide zu finden ist, das die Nervenzellen schützt. Die Erkenntnisse wurden vergangene Woche online in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.


"Die Ursachen von MS sind nicht bekannt, aber wir wissen, dass der Körper von Menschen mit MS das MOG als fremd einstuft und dass das Protein vom Immunsystem angegriffen wird," erläutert Dr. Rossjohn. "Die Funktion des MOG ist ebenfalls unbekannt. Es könnte für die Erhaltung der Markscheide, welche die Nervenzellen schützt, mitverantwortlich sein, es könnte aber auch am Signalisierungsprozess mitwirken, welcher die Myelinisation stoppt. Nachdem wir nun die Struktur des MOG aufgedeckt haben, können wir genauere Erkenntnisse über dessen normale Funktionen und Rolle in der Pathologie erlangen."

Dr. Rossjohn ist optimistisch, dass die MOG-Studien der Universität zu einer besseren Behandlung von MS führen könnten. "MS wird hauptsächlich mit Interferonen behandelt, aber diese Medikamente wirken nur bei etwa 40 Prozent der Patienten. Sie verlängern zwar die Zeit zwischen den Anfällen, verhindern diese aber nicht und können auch das Voranschreiten der Krankheit zu einer chronischen Form nicht abwenden," so Dr. Rossjohn. "Nachdem wir nun die genaue Form des MOG kennen, können wir möglicherweise neue Therapeutika entwickeln, welche den Angriff der T-Zellen (als Teil der Reaktion des Immunsystems) behindern oder die Zerstörungswirkung der Antikörper verhindern, die sich an das MOG binden. Das Voranschreiten von MS würde damit aufgehalten werden."

Weitere Informationen in englischer Sprache:
Penny Fannin, Media Communications Unit
Tel.: 0061-3-9905 5828 Mobil: 0061-417 125 700
Email: Penny.Fannin@adm.monash.edu.au

Sabine Ranke-Heinemann | idw

Weitere Berichte zu: MOG Nervenzelle Protein Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie