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RUB-Studie belegt: Pflanzenwirkstoff stoppt hormonell bedingten Haarausfall

26.08.2003


Cimicifuga racemosa


Nicht nur Männer leiden unter Haarausfall. Nach den Wechseljahren werden die Haare auch bei Frauen oft schütter, Grund dafür ist der veränderte Hormonhaushalt. Doch gegen diesen sog. androgenetischen Haarausfall ist ein Kraut gewachsen: Cimicifuga Racemosa heißt der Pflanzenwirkstoff, der dank seiner östrogen-artigen Wirkung hilft. Den Beweis dafür liefert jetzt eine Studie der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität (Direktor Prof. Dr. Peter Altmeyer). Die Forscher nutzten dafür das System microDERM®, das sie gemeinsam mit der Firma ZN Visiomed AG entwickelt haben. Eine neue Software erlaubt es, das Haarwachstum schmerzfrei und nicht invasiv anhand digitaler Bilder sehr exakt zu bestimmen.

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Haardichte und -dicke verbessert

Der Wirkstoff Cimicifuga Racemosa (enthalten in CiMi, Lichtenheldt, Wahlstedt) kann sowohl die Anzahl der im Wachstum befindlichen Haare (anagen) erhöhen als auch die der im Ausfall befindlichen Haare (telogen) senken. Außerdem konnte er die Haardicke geringfügig verbessern. "Das ist bei einer sechsmonatigen Therapiedauer als ein hervorragendes Wirkungsergebnis zu bezeichnen," so Dr. Klaus Hoffmann von der Dermatologischen Universitätsklinik der RUB. Gezeigt wurde vor allem, dass bei männlichen Probanden mit anlagebedingter Haarausfall, aber auch bei Frauen mit hormoneller Balanceverschiebung in den Wechseljahren eine signifikante Besserung eintrat. Eine Verbesserung von Haardichte und -qualität - gerade beim androgenetischen Haarausfall - war bislang nur mit wenigen, meist verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu erreichen. Eine signifikante Verbesserung mit einem Pflanzenwirkstoff galt bisher als nicht möglich. Cimicifuga hat bereits in anderen Indikationen eine Positivmonographie der zuständigen Gremien (postmenopausale Beschwerden). In weiteren Untersuchungen und Diskussionen auf wissenschaftlichen Kongressen wollen die Forscher versuchen, weitere Erkenntnisse zum Wirkverhalten von Cimicifuga zu bekommen.


Haare ausreißen wird unnötig

Die Teilnahme an der Studie war für die Patientinnen und Patienten schmerzfrei: Eine neue Software für das System microDERM® macht es unnötig, dass wie bisher für die Analyse des Haarwachstums rund 100 Haare ausgerissen werden müssen. Das System microDERM®, das die ZN Visiomed AG, ein Tochterunternehmen der ZN Vision Technologies AG, in Zusammenarbeit mit der Dermatologischen Universitätsklinik der RUB entwickelt hat, ermittelt das Haarwachstum durch den Vergleich zweier Bilder. Für die erste Aufnahme werden die Haare an der gewünschten Stelle auf einer Fläche von max. 2 cm² auf 1 mm Länge gekürzt. Die microDERM®-Kamera nimmt dann die Fläche mit einer standardisierten Vergrößerung auf. Nach ca. zwei Tagen wird der gleiche Bereich nochmals mit identischen Abbildungseinstellungen für die Verlaufskontrolle gespeichert. So können Haare beobachtet werden, ohne den Kreislauf des Haarwachstums zu stören.

Bilder in Sekundenschnelle

Das gesunde Verhältnis von Kopfhaaren im Wachstum und in der Ruhephase liegt bei 80:20. Die Software microDERM®hair analysiert das Haarwachstum und zeigt innerhalb von Sekunden anschauliche und exakte Grafiken zu den gemessenen Haareigenschaften. Die Analyse kann auf alle Arten von Haarerkrankungen angewandt werden, die sich durch eine Veränderung des Haarwuchses in den Parametern wie Haardichte, -durchmesser und anagen zu telogen Verhältnis bemerkbar machen.

Weitere Informationen

Dr. med. Klaus Hoffmann, Ltd. Oberarzt der Dermatologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef Hospital, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0172/2829076 oder 0234/509-3411/3440, Fax 0234/509-3445, E-Mail: K.Hoffmann@derma.de.

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.derma.de/bochum

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