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Erneut Warnung vor Weichmachern in PVC

14.08.2003


Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung BfR hält die Überprüfung der laufenden Risikobewertung zu dem Weichmacherstoff DEHP auf europäischer Ebene für erforderlich. Weichmacher zählen zu jenen Stoffen, die Kunststoffprodukte geschmeidig halten. Da sie in extrem vielen Bereichen des täglichen Lebens verwendet werden, kommen Verbraucher mit den Substanzen häufig in Kontakt. Neueste Erkenntnisse der Universität von Erlangen haben ergeben, dass die tägliche DEHP-Aufnahme möglicherweise deutlich höher ist als bisher angenommen.



Zu den am häufigsten verwendeten Weichmachern gehört das Phtalat DEHP (Diethylhexylphthalat). Diese Substanz gilt im Hinblick auf ihre Gesundheitsgefährlichkeit als relativ gut untersucht. Trotz der erwiesenen schädlichen Wirkungen des Stoffes, werden risikominimierende Maßnahmen nur für Kinder, nicht aber für erwachsene Verbraucher für erforderlich gehalten. Als Begründung dient dabei die angeblich tolerierbare und daher ungefährliche Dosis für Erwachsene. Die neuesten Forschungsergebnisse der Universität von Erlangen hat das BfR nun aber veranlasst und erneut vor DEHP zu warnen. Die akute Giftigkeit des Stoffes ist gering, dosisabhängig kann DEHP aber schädliche Wirkungen auf Hoden, Niere und Leber haben. Die Substanz beeinträchtigt im Tierversuch die Fortpflanzungsfähigkeit und führt zu Entwicklungsstörungen an den Geschlechtsorganen männlicher Nachkommen.

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DEHP wird bei der Herstellung von zahlreichen Kunststoffprodukten, vor allem PVC-Materialien, eingesetzt. Die Substanz findet sich zum Beispiel in Automobilteilen (Verkleidungen, Armaturen), Bekleidung, Spielzeug, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika und Medizinprodukten (Dialyseschläuche). Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften kann sich DEHP beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten aus Kunststoffen lösen oder ausgasen. So kann DEHP direkt an den menschlichen Organismus gelangen oder in die Raumluft übergehen.

Die Forschungsergebnisse der Universität von Erlangen deuten daraufhin, dass es zu einer nennenswerten Unterschätzung der tatsächlichen Aufnahmemenge gekommen war. Das Institut hält es für erforderlich, die wichtigsten Quellen der Belastung zu identifizieren und die Exposition zu verringern. Das BfR hat das Europäische Chemikalienbüro (ECB) auf die neuen Studienergebnisse hingewiesen und insbesondere im Hinblick auf die fortpflanzungsschädigende Wirkung von DEHP um Revision der Bewertung gebeten. Nach Meinung des Instituts könnte sich daraus eine neue Einschätzung des Risikos mit entsprechenden Auswirkungen auf die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Verminderung der Exposition ergeben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

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