Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Affendiät mindert Cholesterinspiegel

23.07.2003


Nüsse, Ballaststoffe und Sojaprodukte verringern Herzinfarktrisiko



Der Speiseplan der nächsten Artverwandten des Homo sapiens, den Schimpansen, könnte auch uns Menschen gut tun, meinen kanadische Forscher. Untersuchungen haben jedenfalls ergeben, dass sich deren Nahrungszusammenstellung positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Affen ernähren sich in erster Linie von Produkten, die reich an pflanzlichen Fetten sind, Ballaststoffen aus Hafer, Gerste und Auberginen, Sojaproteinen und Nüssen, berichtet die Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist.



Die Forscher haben entdeckt, dass Patienten, die unter hohen Cholesterin-Werten litten, mit dieser Diät die Werte um mindestens ein Drittel senken konnten. Die gleiche Senkung von Cholesterin-Werten schafft auch ein Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer, das Medikament Lovastatin. In Versuchen hatten die Forscher an Patienten einerseits das Medikament, andererseits eine Nahrungsumstellung untersucht. Studienleiter David Jenkins, Experte für Gefäßerkrankungen an der University of Toronto kommt zum Schluß, dass all diese Nahrungsmittel, die von den nächsten Vorfahren des Menschen verspeist werden, cholesterinsenkende Wirkung haben. "Wahrscheinlich sind diese Nahrungsmittel in der Evolution des Menschen verankert", so der Wissenschaftler.

Die Versuchsgruppe erhielt entweder die "Affendiät", eine herkömmliche cholesterinsenkende-Ernährung oder eine Standardmahlzeit mit dem Medikament Lovastatin. Die Untersuchung nach vier Wochen ergab, dass das schädliche LDL-Cholesterin bei den Versuchspersonen mit der Affendiät bei 29 Prozent gefallen war, bei 31 Prozent der Probanden, die das Medikament einnahmen und bei nur acht Prozent der Patienten, die fettarme Nahrungsmittel zu sich nahmen. Der Forscher kritisierte in diesem Zusammenhang, dass der Griff zu den Medikament häufig zu schnell passiere. Die natürliche Reduktion des hohen LDL-Cholesterin sei durch eine sinnvolle Diät schon möglich. Der Wissenschaftler attestierte dem Medikament zwar große Sicherheit, dennoch komme es bei manchen Patienten zu Problemen mit Leber- oder Muskelenzymen. Die Affendiät habe den meisten Probanden gut geschmeckt, allerdings mussten die Probanden große Mengen verzehren, um nicht Gewicht zu verlieren. Ein typisches "Human-Gericht der Affendiät" war Tofu gebacken mit einer Ratatouille aus Auberginen, Zwiebeln und Paprika, dazu Gerste und anderes Gemüse als Beilage.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Affendiät Cholesterinspiegel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

I-ESA 2018 – Call for Papers

12.09.2017 | Event News

EMBO at Basel Life, a new conference on current and emerging life science research

06.09.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie