Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterkühlung als Überlebenshilfe bei Herzinfarkt

08.07.2003


Hypothermie soll Schlaganfall- und Schädel-Hirn-Trauma-Patienten Leben retten

... mehr zu:
»Herzinfarkt »Hypothermie

Die Überlebenschancen von Menschen, die in kalter Umgebung Herzinfarkte oder Verletzungen erleiden sind höher als jene von Patienten, die in wärmeren Umgebungen erkranken. Dieser bekannte Umstand soll nun von Medizinern als therapeutisches Prinzip genutzt werden, berichtet das Fachmagazin Medical Tribune. Experten haben beim 3. Internationalen Symposium über therapeutische Hypothermie über den derzeitigen Stand der Entwicklung berichtet.

Herz und Hirn sind die beiden Organe, die nach Infarkt, Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma durch die Hypothermietherapie geschützt werden sollen. Die ersten klinischen Studien wurden bereits Anfang der 90-er Jahre durchgeführt. In der Zwischenzeit sind insgesamt acht Studien publiziert worden, berichtet Donald W. Marion von der Boston University School of Medicine. Bei einigen Untersuchungen wurde die Körperkerntemperatur auf 32 bis 33 Grad Celsius gesenkt, in anderen nur auf 35 bis 36 Grad. Nachgewiesen werden konnte aber in den meisten Studien, dass eine Reduktion des intrazerebralen Drucks stattgefunden hat. Dabei wurde festgestellt, dass mit einer milden Hyperthermie ein besserer klinischer Erfolg zu erreichen war als mit einer stärkeren Abkühlung.


Um die Körperkerntemperatur auf Werte unter 30 Grad Celsius zu senken, ist ein extrakorporaler Kreislauf notwendig. Gekühlt wird dabei mit einem Wärmeaustauscher, der in die Herz-Lungen-Maschine integriert ist. "Etwas wärmere Temperaturen (32 bis 34 Grad) werden mit einer aktiven Oberflächenkühlung, die interne Kühlung mittels kalter Infusionen oder Magenlavage oder das einfache Liegen in kühler Raumtemperatur erreicht", erklärt Christian Spiss von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Allgemeine Intensivmedizin am AKH in Wien. Neu sind intravaskuläre Kühlungssonden, mit denen eine gezielte Hypothermie schneller erreicht werden kann.

"Die Nebenwirkungen der Unterkühlungsbehandlungen sind aber nicht zu unterschätzen. Sie machen diese zu einer nicht ungefährlichen Behandlungsmethode", warnt der Anästhesist Rainer Lenhardt von der University of Louisville. Gefährlich sind dabei zum Beispiel eine erhöhte Blutungsrate, eine schlechtere Wundheilung und eine erhöhte Infektionsrate auf Grund der beeinträchtigten Neutrophilenfunktion an. Als weitere Nebenwirkungen werden unter anderem gehäufte Herzinfarkte, eine verlängerte Erholungsphase nach der Anästhesie und Schüttelfrost beobachtet. Nach Angaben des Experten tritt bei rund 40 Prozent der Patienten ein Schüttelfrost auf, der zu einem verstärkten Wundschmerz führt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.medicaltribune.de

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Hypothermie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften