Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Molekulare Diagnostik rettet junge Männer vor dem plötzlichen Herztod

08.07.2003


MDC-Wissenschaftler und Kliniker dem Gen auf der Spur


Der Nachweis einer Genveränderung durch ihre Ärzte führt zu einer vorbeugenden Behandlung, die junge Männer vor dem plötzlichen Herztod rettet. Betroffene Patienten erhalten einen Defibrillator, ein Gerät, das im Notfall durch einen Stromstoß das Herz wieder in den normalen Rhythmus bringt. Es gibt bereits einige Fälle in den betroffenen Familien, bei denen der Defibrillator das Leben der jungen Männer verlängern konnte.

"Das ist ein Beispiel dafür, wie die Gentechnik bereits heute helfen kann, Hochrisikopatienten zu identifizieren und sie auch einer geeigneten Therapie zuzuführen", sagte Prof. Dr. Ludwig Thierfelder, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor der Franz-Volhard-Klinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin, Campus Berlin-Buch/Helios Klinikum Berlin. Prof. Thierfelder, der auch eine Forschungsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch leitet, arbeitet seit 1996 mit einer Forschergruppe an der Memorial University of St. John´s, Neufundland, Kanada zusammen. Bei der Suche nach dem Gen, das diese erbliche Herzmuskelerkrankung (arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie; ARVC) verursacht, stellte sich heraus, dass zahlreiche Patienten, die am plötzlichen Herztod verstorben waren, die gleiche Genveränderung trugen.


Vor hunderten von Jahren durch Einwanderer eingeschleppt

"Betroffen sind vor allem junge Männer, die - im Mittel - nicht älter als 39 Jahre werden", erklärt Prof. Thierfelder. Zusammen mit seinen kanadischen Kollegen hat der Kardiologe der Berliner Universitätsklinik mit seinen Mitarbeitern in 13 zum Teil sehr großen Familien in Neufundland circa 150 Familienmitglieder identifiziert, die alle eine identische Genveränderung aufweisen. Die Forscher vermuten, dass ein Einwanderer aus Großbritannien diese Erkrankung vor mehreren hundert Jahren nach Neufundland, eine Provinz im Nordosten Kanadas, eingeschleppt hat.

Über die Arbeit der deutschen und kanadischen Kliniker berichtet das Zweite Deutsche Fernsehen am Mittwoch, den 9. Juli 2003, von 22.40 bis 23.25 Uhr, in der 3-teiligen Dokumentation Die Gen-Jäger (2. und 3. Teil werden am 16. und 23. Juli 2003, jeweils von 22.45 bis 23.30 Uhr, ausgestrahlt).

Kontakt:

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Robert-Rössle-Str 10, 13125 Berlin
Barbara Bachtler
Tel: 030 - 9406-3896
Fax: 030 - 9406-3833
e-mail: bachtler@mdc-berlin.de

Brigitte Buntrock | idw
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de

Weitere Berichte zu: Defibrillator Genveränderung Herztod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops