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Geheimnis um Sehstörung gelöst

26.06.2003


Nach Schlaganfällen und Hirnverletzungen leiden Patienten häufig an Sehstörungen, bei denen sie nur eine Hälfte der Welt sehen können. Einem Forscherteam ist es nun gelungen den Ursachen dieser Krankheit auf den Grund zu gehen. Das erstaunlichste bei der Untersuchung war, dass weite Teile des Gehirns, in denen das Sehzentrum liegt, meist unversehrt geblieben sind. Das Problem liegt vielmehr in falschen Informationen, die von Zellen an das Gehirn geleitet werden, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature



Etwa zehn Prozent der Schlaganfallpatienten und Menschen, die Gehirnverletzungen erlitten haben, können mit dem linken Auge nicht mehr oder nur schlecht wahrnehmen. In manchen Fällen verschwindet das Sehproblem wieder, in anderen bleibt es. Viele der Betroffenen Patienten leiden unter extremen Schäden, sie essen beispielsweise nur eine Hälfte eines vollen Tellers oder zeichnen nur ein halbes Bild. Experten vom Wake Forest University Baptist Medical Center in Winston-Salem glauben, dass diese visuellen Störungen durch falsche Signale von Zellen in der Hirnregion, den so genannten basalen Ganglien, entstehen. Die Forscher nehmen an, dass diese Signale die visuellen Prozesse beeinflussen. "Der Lösungsansatz zur Heilung bzw. Wiederherstellung der gesamten Sehfähigkeit liegt in der Veränderung bzw. Beeinflussung dieser Signale", so John McHaffie, Professor für Neurobiologie und Anatomie an der Baptist Medical School. Der Experte berichtet sogar von Fällen, in denen diese Störungen so weit gingen, dass Patienten ihren eigenen Arm nicht als ihren identifizieren konnten. McHaffie, der die Studie leitete und sein Kollege Barry Stein sehen in den Forschungsergebnissen jedenfalls einen neuen Ansatz zur Entwicklung von Medikamenten. "Die Position der basalen Ganglien im Hirn ist sehr zentral. Das passt zur Idee, dass in diesem Teil sehr viele verschiedene Aktivitäten koordiniert werden", so McHaffie. Auch andere Experten sind sich in der Zwischenzeit einig, dass die Störung nicht auf die Verletzungen der Augen oder des Sehnervs zurückzuführen ist.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.wfubmc.edu

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