Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schizophrenie: Frühbehandlung erhöht Heilungschance

23.06.2003


Früherkennung sehr problematisch



Menschen, die an Schizophrenie erkranken, zeigen schon lange vor dem eigentlichen Ausbruch der Erkrankung Frühsymptome. Wenn Patienten schon zu diesem Zeitpunkt behandelt werden, dann kann häufig ein späterer Krankheitsausbruch überhaupt verhindert werden. "Aber die Früherkennung der Krankheit ist sehr schwierig", erklärt der Experte Wolfgang Fleischhacker beim derzeit in Wien stattfindenden Kongress der Welt-Psychiatrievereinigung (WPA).

... mehr zu:
»Psychiatrie »Schizophrenie


"Bei Schizophrenie kommt es meistens zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr zu einem ersten Ausbruch der Krankheit", so Fleischhacker, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Psychiater an der Universitätsklinik Innsbruck. "Lange bevor dieser erste Höhepunkt der Erkrankung erreicht wird, zeigen sich aber bei Betroffenen schon auffällige Verhaltensänderungen oder Erlebnisveränderungen", erklärt der Mediziner. Eine Behandlung setze allerdings häufig erst viel später ein, wenn sich die erste akute Phase der Schizophrenie zeigt. "Dann ist aber oft schon wertvolle Zeit verloren, denn wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch bei Schizophrenie der Grundsatz: Je früher eine fachgerechte Therapie beginnt, desto günstiger ist der Krankheitsverlauf", so Fleischhacker. Eine frühe Behandlung verbessere die Chancen der Betroffenen, ein weitgehend gesundes Leben zu führen. Werden schon bei den ersten Frühsymptomen adäquate Medikamente eingesetzt, so kann in etwa der Hälfte der Fälle ein späterer Krankheitsausbruch überhaupt verhindert werden.

"Die Frühsymptome der Schizophrenie können recht vielfältig sein. Ist die Umgebung aber ein wenig sensibilisiert, so sind sie aber doch erkennbar", so Fleischhacker. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, eine veränderte Wahrnehmung, Anspannung, sozialer Rückzug, Abfall der schulischen oder beruflichen Leistung gehören ebenso dazu wie ungewöhnliches Erleben, Energieverlust, Schlafstörungen, Ängste oder Misstrauen. Die Umgebung erlebe den junge Menschen oft "irgendwie merkwürdig", zunehmend könne er seine bisherige Rolle in Beruf, Partnerschaft oder Familie nicht mehr erfüllen. "Das Problem ist allerdings, dass diese Anzeichen unspezifisch sind, viele von ihnen können natürlich auch bei einem gesunden Schüler in der Pubertät vorkommen, oder Anzeichen für etwas ganz anderes sein", führt der Experte aus. Etwa die Hälfte der Jugendlichen, die solche Symptome zeigen, entwickeln nie eine Schizophrenie.

"Hier müssen wir also die schwierige Gratwanderung gehen, dass nämlich einerseits möglichst viele betroffene Jugendliche möglichst früh in Behandlung kommen, und dass andererseits die Gefahr besteht, dass Gesunde zu rasch und ungerechtfertigt aufgrund einiger Anzeichen als Menschen mit Schizophrenie diagnostiziert werden", meint Fleischhacker. Die frühe Hinzuziehung eines Experten aus dem Gebiet der Psychiatrie sei also sehr wichtig. Die Forschung bemühe sich zur Lösung dieses Problems beizutragen, indem die Frühwarnzeichen für Schizophrenie immer präziser definiert und die Risikofaktoren immer genauer bewertet werden.

Wolfgang Weitlaner, | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wpanet.org

Weitere Berichte zu: Psychiatrie Schizophrenie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie