Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experten warnen vor exzessivem Zähne putzen

20.06.2003


Zu langes Schrubben beseitigt nicht automatisch mehr Bakterien



Bisher galt: Je länger und fester geputzt wird, desto mehr Bakterien werden entfernt. Eine neue Studie belegt nun das Gegenteil: Ab einer Putzdauer von zwei Minuten wird nicht mehr Plaque entfernt. Und zu starker Druck könnte Zahnschmelz und Zahnfleisch verletzen, statt die Bakterien wegzubürsten. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der englischen University Newcastle upon Tyne, wie jetzt bekannt wurde.

... mehr zu:
»Bakterium »Plaque


Das Team um Peter Heasman, Professor der Parodontologie an der Newcastle University’s School of Dental Sciences, untersuchte zwölf Freiwillige über eine Periode von vier Wochen. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Bakterien bis zu einem gewissen Punkt durch längere Putzdauer und stärkeren Druck besser entfernt wurden. Über diesen Punkt hinaus hatte das Verstärken des Drucks und das Verlängern der Putzdauer jedoch keinen Effekt auf die Bakterien. Allerdings erhöhte sich ab diesem Punkt das Risiko, Zahnschmelz und Zahnfleisch zu verletzen. Die ideale Dauer liegt laut den Forschern bei zwei Minuten, der ideale Druck bei 150 Gramm - etwa das Gewicht einer Orange. Die Dauer ließe sich von jedem Einzelnen selbst gut messen, beim Druck würden schon eher Probleme entstehen, gaben die Forscher zu bedenken und raten allen unsicheren Personen, die richtige Technik beim Zahnarzt zu lernen. "Berichten unserer praktizierenden Kollegen zufolge glaubt der Großteil der Bevölkerung, je länger und fester sie ihre Zähen putzen, umso besser steht es um die Mundhygiene", beschreibt Heasman die Lage. Dabei würden sie ihren Zähnen viel mehr schaden als sie denken, so Heasman und gibt weiters zu bedenken: "Der Druck auf die Zahnbürste erscheint vielleicht sanft, aber der auf die Zähne ist viel stärker, da er nur auf eine kleine Region zielt." Die Tipps des Arztes: Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt über die richtige Technik beraten, vermeiden Sie, Ihre Zähne zu fest zu schrubben, Verwenden Sie Zahnseide und putzen Sie die Zähne gründlich mindestens ein Mal am Tag.

Für die Studie beobachteten die Wissenschaftler die Auswirkungen von 16 unterschiedlichen Putz-Kombinationen: 30, 60, 120 und 180 Sekunden bei einem Druck von 75, 150, 225 bzw. 300 Gramm. Die Probanden benutzten elektrische Zahnbürsten, die an einen Computer angeschlossen waren, um Zeit und Druck festzuhalten. Gemessen wurde das Vorkommen von Plaque (Zahnbelag) jeweils vor und nach dem Zähne putzen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Ergebnisse der Untersuchung auch für normale Handzahnbürsten gelten.

Bettina Benesch, | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ncl.ac.uk
http://www.ncl.ac.uk/dental

Weitere Berichte zu: Bakterium Plaque

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Zellstoffwechsel begünstigt Tumorwachstum

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten