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Textilabwasser schädigt Blut

10.06.2003


Weniger rote Blutzellen und geringere Hämoglobin-Konzentration


Das Abwasser der Textilindustrie schädigt das Blut von Mäusen. Zu diesem Ergebnis kommt einer Studie an der indischen Universität von Rajasthan. Wurde Swiss-Mäusen eine fünfprozentige Lösung an Textilindustrie-Abwasser über einen Zeitraum von 25 Tagen verabreicht, sank die Menge der roten und weißen Blutzellen sowie die Hämoglobin-Konzentration deutlich. Dieses Ergebnis legt nahe, dass sich das Abwasser auch auf die Gesundheit von Menschen negativ auswirkt, berichten die Forscher im "Journal of Environmental Biology".

Die sinkende Hämoglobin-Konzentration führen die Wissenschaftler um Neera Mathur auf einen Anstieg der oxidativen Schädigung der roten Blutzellen zurück. Ergänzend heißt es, dass das Ausmaß der Anämie direkt mit der Konzentration und der Zeitdauer, der die Tiere den Giften ausgesetzt sind, korreliert. Vermutlich bedingt die Wechselwirkung zwischen den toxischen Substanzen im Abwasser und den roten Blutzellen eine metabolische Veränderung in den roten Blutzellen und deren Transportkapazität für Hämoglobin. Die Farbstoffe senken zudem die Lebensdauer der roten Blutzellen, indem sie deren Zerbrechlichkeit erhöhen. "Insgesamt verhinderten die Farbstoffe und Schwermetalle im Abwasser die Hämoglobin- und Blutsynthese", berichten die Wissenschaftler.


Die Studie wurde vor dem Hintergrund durchgeführt, dass in der Industriestadt Sanganer in der Nähe von Jaipur, der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan, die Umweltverschmutzung steigt. Grund ist die Zunahme von toxischem Textilfarben-Abwasser in der u.a. für den Textilien-Block-Druck bekannten Stadt. Als Konsequenz kommen Textilarbeiter mit dem Abwasser in Kontakt. Das Wasser enthält große Mengen giftiger Farben sowie Bleichmittel und Schwermetalle (u.a. Cadmium, Kupfer, Zink und Blei). Die Schwermetalle sollen laut Analyse über den von der WHO festgesetzten Konzentrationen liegen. Über Menge bzw. die Dauer der Exposition am Arbeitsplatz haben die Arbeiter keine Kontrolle. Diese Tatsache soll sich laut einem Bericht in der Times of India auf die Lebenserwartung der hier lebenden Bevölkerung direkt oder indirekt auswirken.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uniraj.org

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