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WHO befürchtet Cholera-Ausbruch im Südirak

08.05.2003


Kuwaitische Labors analysieren Proben


In der südirakischen Stadt Basra ist die Zahl der Durchfallserkrankungen und Gastroenteritis-Fälle stark gestiegen. Auch pathologische Wassermangel-Fälle häufen sich. Dies berichtet ein permanent in Basra stationiertes Team der Weltgesundheitsorganisation WHO. Verantwortlich sind Hygiene-Probleme. Die WHO befürchtet nun eine Cholera-Epidemie. Klinisch bestätigt wurden bereits sieben Cholera-Fälle, die meisten bei Kleinkindern im Alter zwischen 13 Monaten und vier Jahren. Alle Fälle wurden im Norden der Stadt, nahe des Flughafens, registriert. Ärzte berichten auch über Lebensmittelvergiftungen. Diese rühren vorwiegen von Eis, das aus unreinem Wasser und unter schlechten Hygienebedingungen hergestellt wird.

Den Angaben der Ärzte im Tahrir Teaching Hospital zufolge gibt es täglich mehr als 30 Aufnahmen von Patienten mit Durchfallserkrankungen. Da das Zentrallabor allerdings nicht funktioniert und wichtige Reagenzien fehlen bzw. gestohlen wurden, ist es unmöglich, medizinische Tests im Krankenhaus durchzuführen. Aus diesem Grund werden die Proben in Kuwait analysiert, um Cholera zu bestätigen. Die Ergebnisse werden demnächst erwartet.


Schuld am Ausbruch ist die beschädigte und unterbrochene Wasserversorgung infolge des Krieges. Seit Beginn des Krieges befürchtete die WHO aufgrund einer Verknappung von reinem Wasser im Süden und dem dadurch bedingten Konsum von verunreinigtem Wasser aus dem Shatt-el-Arab massenhafte Durchfallserkrankungen. Stadtbewohner hatten wochenlang kein fließendes Wasser. Viele konsumierten Wasser aus dem Fluss . Hinzu kommt, dass viele Wasserleitungen bei den Plünderungen brachen. Mitarbeiter von Krankenhäusern berichten auch über Abwasser- und Abfallprobleme.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int

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