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SARS-Forscher mitten im Patent-Wettlauf

06.05.2003


Deutsches Bernhard Nocht Institut entscheidet sich gegen Antragstellung



Die internationale Jagd, die zur Entdeckung des SARS-Virus führte, entwickelt sich zu einem Patentrecht-Wettstreit. Kanadische Forscher, die den genetischen Aufbau entschlüsselten, haben einen Patentantrag in den USA gestellt. Mit diesem will man sich laut Wall Street Journal die Rechte auf alle Viren-Gene sicher. Das Team aus Hongkong, das erstmals das Virus unter dem Mikroskop beobachtete, will sich das Patent an dem Keim selbst sichern. Auch das US Center for Disease Control and Prevention hat einen Patentantrag für ihre SARS-Erkenntnisse gestellt. Das deutsche Bernhard Nocht Institut hat sich gegen die Einreichung eines Patentantrages entschieden. Es wurde laut der wissenschaftlichen Koordinatorin des Virologie-Labors Barbara Ebert keine Erfindung, sondern eine Entdeckung gemacht. Die Patentanträge sollen umfassend formuliert worden sein, damit sich die Inhaber Rechte auf die meisten Diagnose-Tests, Medikamente und möglichen Impfungen sichern können.

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Verschiedene US-Unternehmen haben sich bereits auf den werdenden aber höchst unsicheren SARS-Markt gestürzt. Einige wenige Gen-basierte Diagnose-Tests sind bereits erhältlich. Große Player wie Abbott Laboratories und Roche wollen ihre eigenen Tests herstellen. Merck und Aventis untersuchen die Möglichkeit, die Gene des Coronavirus für die Entwicklung eines Impfstoffes zu verwenden. Der Markt für Tests und Behandlungen könnte letztlich sehr groß sein. Allerdings nur dann, wenn das Virus nicht eingegrenzt werden kann oder es zu verschiedenen Saisonen wieder auftaucht. Flauen die Auswirkungen des Virus nach dem derzeitigen Ausbruch aber ab, haben Unternehmen wenig Motivation diesen Markt zu verfolgen.

Selbst die Aussicht auf ein Patent kann Investoren anlocken, erklärt Hailson Yu, Managing-Director von Versitech, eine Abteilung der University of Hongkong, das die geistigen Errungenschaften der Universität verwaltet. Die Universität soll bereits mit kommerziellen Partnern eine Einigung für Diagnose-Tests und anderen Produkten ausgehandelt haben. Einige US-Biotechunternehmen haben zudem Patentanträge für bestimmte Medikamente zur Behandlung von SARS bzw. Ideen, diese zu produzieren, eingebracht. Ob sich diese Patente als wertvoll erweisen, wird sich weisen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wsj.com

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