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Polio erneut auf Vormarsch

25.04.2003


WHO: Kinderlähmung soll bis 2005 ausgestorben sein



Kinderlähmung ist nach zwischenzeitlichen Erfolgen erneut im Vormarsch: nach Angaben der WHO hat sich die Zahl der Polio-Fälle vom Vorjahr um das Vierfache gesteigert. Schuld daran ist der Ausbruch der Erkrankung in Indien, berichtet BBC-News. Indien ist aber nur einer von sieben Staaten, in denen die Krankheit immer noch endemisch ist.

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Erfolge verzeichnete die WHO hingegen in Äthopien, im Sudan und in Angola sowie in Somalia und Afghanistan - dort haben Impfaktionen die Krankheit massiv eingedämmt. Nach Angaben der WHO soll Polio bis 2005 weltweit ausgerottet sein. Nach Angaben der US Centers for Disease Control and Prevention gab es im Vorjahr 1.920 Polio-Fälle. Im Jahr zuvor waren es nur 483. Die Krankheit, die einst Millionen von Kindern betroffen hatte, attackiert das Nervensystem und führt zu Lähmungen, Muskelschwäche und Deformierung von Gliedmaßen. Zwischen fünf und zehn Prozent der Polio-Erkrankungen führen zu Atemmuskellähmungen und zum Tod. Die Erkrankung wird durch verseuchtes Trinkwasser verbreitet. In den meisten westlichen Industriestaaten ist Polio seit den Massenimpfprogrammen in den 50-er Jahren quasi ausgerottet. In einigen asiatischen und afrikanischen Staaten hingegen konnte die Erkrankung nicht ausgerottet werden. Laut Jahresbericht der WHO gibt es in Nigeria, Ägypten, Somalia, Niger, Pakistan, Afghanistan und Indien immer noch Neuerkrankungen. 71 Prozent der Fälle im Vorjahr betrafen den Ausbruch in den indischen Staaten Uttar Pradesh und Bihar.

Den Forschern sind zwei Arten der Kinderlähmung bekannt: Eine wilde Polio und eine Vakzin-derivate Form der Polio. Der wilden Polio kann mit drei Schluckimpfungen, die aus einem Lebendimpfstoff bestehen, vorgebeugt werden. In einigen Fällen kann der Lebendimpfstoff im Körper reaktiviert werden und mit Kot ausgeschieden werden. Wenn die hygienischen Bedingungen dazu führen, dass er wieder in den Trinkwasserzyklus kommt, kann sich die Erkrankung erneut weiterverbreiten.

Wolfgang Weitlaner, | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk

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