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Mangelernährung der Mutter führt zu Frühgeburt

25.04.2003


Zeitpunkt der Empfängnis ausschlaggebend



Neuseeländische Forscher haben bei Schafen eine neue Entdeckung gemacht: wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Empfängnis Mangelerscheinungen aus falscher oder unzureichender Ernährung hatte, litten die neugeborenen Schafe unter geringerem Gewicht. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob dies auch beim Menschen ähnlich ist, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Die Forscher wollen die steigende Zahl an Frühgeburten in den Industriestaaten wissenschaftlich erklären.

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Mehr als 40 Prozent der Frühgeburten in den Industriestaaten bleiben nach Auskunft der Forscher unerklärbar. Bereits frühere Studien hätten gezeigt, dass Mütter, die an Magersucht litten, auch bei normal dauernder Schwangerschaft wesentlich leichtere Babys zur Welt bringen als gesunde Mütter. "Das jetzige Forschungsergebnis ist aber ein eindeutiger Beweis dafür, dass Mangelernährung rund um den Zeitpunkt der Empfängnis mit der Länge der Schwangerschaft in Korrelation steht", so Studienleiter Frank Bloomfield von der University of Auckland. Die neuseeländischen Forscher hatten bei den Schafen die Nahrungsaufnahme 60 Tage vor der Empfängnis bis 30 Tage nach der Empfängnis untersucht. Die Tragzeit bei Schafen beträgt rund 150 Tage. Verglichen mit Tieren, die freien Zugang zur Nahrung hatten, gebaren 50 Prozent der unterernährten Mütter ihre Jungen früher.

Wissenschaftler vom Mothers and Babies Research Centre an der Newcastle University in Australien sehen einige Indizien, die auch beim Menschen zutreffen. Amerikanischen Studien zufolge war nämlich bei Frauen, die unregelmäßig Nahrung während der Schwangerschaft zu sich nahmen, die Zahl der früher geborenen Kinder höher. Einer anderen Studie zufolge gebaren Frauen in ländlichen Gebieten Indiens ihre Kinder rund eine Woche früher als etwa Frauen im englischen Southampton. Unklar ist den Wissenschaftlern allerdings noch der Grund für die Frühgeburten. Bei Hormonmessungen fanden die Forscher einen immensen Anstieg des Hormons Cortisol in den Mutterschafen. Die hohen Cortisol-Werte schaden nach Angaben der Forscher der Bildung von lebenswichtigen Organen wie den Lungen. Da die frühen Föten nur wenig Nahrung brauchen, nimmt Bloomfield an, dass der Zeitpunkt der Empfängnis wesentlich mehr Einfluss auf die Entwicklung der Babys hat. Das Forscherteam hat angekündigt, dass es in weiterer Folge Mikronährstoffe und deren Wirkung auf den Fötus untersuchen will. Die Wissenschaftler wollen dabei nach einer eventuellen Korrelation zwischen der Entwicklung bei Schafen und dem Menschen suchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria

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