Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Premiere für OP-Roboter

24.04.2003


An der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg wurde erstmals ein Operations-Roboter eingesetzt. Große Vorteile gegenüber Standard-OP-Techniken


Die beiden Roboterarme, mit feinen Geräten bestückt, ermöglichen ein präzises Operieren / Foto: Intuitive Surgical.


Der Chirurg bedient die Roboterarme an der Konsole (links) / Foto: Intuitive Surgical.



Zum ersten Mal ist am Universitätsklinikum Heidelberg ein chirurgischer Eingriff mit Hilfe eines Operations-Roboters vorgenommen worden. Einer 30-jährigen Patientin, die an Gallensteinen litt, wurde die Gallenblase entfernt. Der Eingriff verlief problemlos und die Patientin konnte nach wenigen Tagen entlassen werden. Dies war der erste Eingriff dieser Art in Baden-Württemberg. In Deutschland wurde der Operations-Roboter DaVinci erstmals vor zwei Jahren am Klinikum der Universität Frankfurt in der Bauchchirurgie eingesetzt. In der Herzchirurgie wird DaVinci bereits von mehreren deutschen Kliniken benutzt.



"Der Roboter bietet einige Vorteile gegenüber der minimal-invasiven Technik, die üblicherweise zur Entfernung einer Gallenblase angewandt wird", erklärt Prof. Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Allgemeine und Viszeralchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. "Die Instrumente des Roboters lassen sich frei bewegen und drehen und sind damit der unflexibleren minimal-invasiven Methode der Schlüssellochchirurgie überlegen."

Der Chirurg steht nicht mehr am OP-Tisch, sondern sitzt an einer Steuerkonsole und blickt in ein spezielles Sichtvisier, das ihm einen dreidimensionalen Blick in das Operationsfeld im Bauchraum eröffnet. Gleichzeitig führen seine Hände die Steuerinstrumente mit großer Leichtigkeit, etwa wie Joysticks an einem PC. Jede Bewegung wird auf die instrumentierten Arme des OP-Roboters übertragen. Diese sind, zusammen mit einer Kamera, in den Bauchraum des Patienten eingeführt und vollführen dort die chirurgische Feinstarbeit mit Pinzette und blutstillendem Gerät.

Präzises Arbeiten und optimaler Einblick in das Operationsfeld möglich

"Mit dem Roboter können wir außerordentlich präzise und schonend arbeiten und haben einen optimalen Einblick in das Operationsfeld", erläutert Privatdozent Dr. Carsten Gutt, der an der Chirurgischen Universitätsklinik an der Einführung des Gerätes in die Chirurgie arbeitet. Der OP-Roboter Da Vinci, der in den USA entwickelt worden ist, kostete ca. 1 Mio. Euro. Seine Anschaffung für die Heidelberger Klinik wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Wissenschaftliches Ziel der Heidelberger Chirurgen: Sie untersuchen in klinischen Studien, ob die Robotertechnik den Standardtechniken überlegen ist. Eine zweite Roboter-Operation zur Behandlung von Sodbrennen in der Speiseröhre (Fundiplikatio bei Ösophagus-Reflux) ist mittlerweile erfolgreich absolviert worden.

"Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Erarbeitung von Trainingsprogrammen am OP-Roboter", sagt Dr. Gutt. Anders als bei der minimal-invasiven Chirurgie, wo vor mehr als zehn Jahren in erster Euphorie die neue schonende Schlüsselloch-Technik bisweilen ohne entsprechende Schulung angewandt wurde, soll hier eine kontrollierte Einführung vorbereitet werden.

"Ich glaube, dass der OP-Roboter in absehbarer Zeit zum Standardprogramm großer chirurgischer Kliniken gehören wird", sagt Prof. Büchler. Perspektiven sieht er auch in der Möglichkeit, dass der Chirurg gar nicht mehr im OP vor Ort sein muss, sondern - Dank moderner Informationstechnologie - in einem weit entfernten Krankenhaus den Roboter bedienen kann. Entwickelt wurde die Robotertechnologie schließlich zunächst aus genau diesem Grunde: In den achtziger Jahren suchte die US-amerikanische Regierung nach Möglichkeiten, schwer verletzte Soldaten oder sogar Astronauten aus der Distanz zu operieren.

Dr. Annette Tuffs | idw

Weitere Berichte zu: OP-Roboter Operations-Roboter Roboter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau