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Tee gegen Infektionen

22.04.2003


US-Forscher entdecken Immunsystem-Antwort nach Teegenuss



Tee beinhaltet nach jüngsten Forschungserkenntissen eine Reihe von chemischen Verbindungen, die auch in Bakterien, Tumorzellen, Parasiten und Pilzkulturen vorhanden sind. Dieser Umstand sorgt nach Ansicht der Forscher der Harvard Medical School dafür, dass Tee das Immunsystem mit diesen Stoffen, die Alkylamin-Antigene genannt werden, bekannt macht. Das Forschungsergebnis ist in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht worden.



Die Wissenschaftler hatten die Effekte der Antigene auf die Gamma-Delta-T-Zellen, die so zu sagen wie eine vordere Verteidigungslinie gegen Infektionen wirken, untersucht. Menschliche Gamma-Delta-T-Zellen wurden Alkylamin-Antigenen ausgesetzt und danach Bakterien gegenübergestellt. Diese Zellen, die die Alkylamin-Antigene kannten, zeigten eine bis zu zehnmal stärkere Immunreaktion als jene, denen diese Stoffe nicht bekannt waren. Weitere Untersuchungen der Universität von New Hampshire in Durham und am Brigham and Womans Hospital sollten feststellen, ob dieser Effekt auch bei Kaffeetrinkern vorhanden sei. Während grüner und schwarzer Tee ein Alkylamin-Antigen und das Zwischenprodukt L-theanin enthielt, war das bei Kaffee nicht festzustellen. Bereits nach zwei Wochen waren die Gamma-Delta-T-Zellen bei Teetrinkern in der Lage eine erhöhte Immunantwort zu geben. Bei Kaffeetrinkern fehlte diese chemische Reaktion.

Emma Knight, Wissenschaftlerin am britischen Cancer Research, meinte zum Ergebnis der amerikanischen Wissenschaftler, dass Tee und seine positiven Wirkungen auf den Organismus seit Jahren untersucht werden. "In erster Linie ist es um die antioxidantische Aktivität des Tees gegangen", erklärt die Forscherin. Einige Krebsarten enthalten ebenso wie Tee Alkylamine. Möglicherweise könnte damit die Möglichkeit einer Immunsystem-Antwort auf Krebs gegeben sein. Dazu seien die Ergebnisse aber noch zu wenig genau erforscht, meint Knight.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org

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