Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modernstes Bestrahlungszentrum zur Tumorbekämpfung in Deutschland

10.04.2003


Mit Strahlen gegen den Krebs - diesen Leitsatz hat sich das Universitätsklinikum Erlangen auf die Fahnen geschrieben: Jetzt öffnet das Klinikum mit dem Novalis Shaped Beam Surgery Center die Pforten für das modernste Bestrahlungszentrum in Deutschland - entwickelt von der BrainLAB AG München und ins Leben gerufen von zwei der fortschrittlichsten Krebsspezialisten: Professor Rolf Sauer und Professor Rudolf Fahlbusch.



In dem neuen Zentrum sollen Krebspatienten mit Hirntumoren und Tumoren in verschiedenen anderen Körperregionen unter Umständen radiochirurgisch, das heißt in einer Sitzung mit einer sehr hohen Dosis, bestrahlt werden.



Die Innovation: Ein neuartiges, röntgenbasiertes Patientenpositionierungssystem ermöglicht eine bis dato unerreichte Genauigkeit bei der Bestrahlung. Patienten können jetzt so behandelt werden, dass nahezu ausschließlich der Tumor mit der gewünschten Strahlendosis getroffen wird. Umliegendes, gesundes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Mit dieser Technologie können jetzt erstmals auch Tumoren außerhalb des Kopfes, wie Tumoren in der Wirbelsäule, millimetergenau und hochdosiert bestrahlt werden. Patienten profitieren von höherer Präzision bei der Bestrahlung, geringeren Nebenwirkungen und verbesserten klinischen Ergebnissen. Das Klinikum kann durch Novalis mit höherer Sicherheit und Effizienz als bisher behandeln, so dass diese Technologie einer weit größeren Anzahl an Patienten als bisher zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Strahlentherapie ist mit der Chirurgie die erfolgreichste und am häufigsten angewandte Behandlungsmethode bei Krebserkrankungen: Strahlentherapie mit heilender oder krankheitslindernder Zielsetzung wird heute bei mindestens der Hälfte aller Krebspatienten eingesetzt. Die beiden Betreiber des neuen Zentrums, Professor Rolf Sauer, Direktor der Universitäts-Strahlenklinik, und Professor Rudolf Fahlbusch, Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Erlangen, arbeiten bei der Behandlung ihrer Patienten schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammen und setzen dabei fortschrittlichste Techniken ein. Beide Kliniken bringen international anerkannte Expertise aus ihren Fachgebieten ein, um Patienten die weltweit beste Therapie anbieten zu können.

Mit dem Novalis Shaped Beam Surgery Center steht dem Ärzte-Team nun eines der modernsten Verfahren zur Behandlung unterschiedlicher Tumorerkrankungen zur Verfügung. "Derzeit behandeln wir mit Novalis Hirntumoren und Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Mit dem neuen System lassen sich klinische Ergebnisse deutlich verbessern", erläutert Professor Fahlbusch. "Mit Novalis können wir beispielsweise Akustikusneurinome, also Tumoren des Hörnervs, gehörerhaltend therapieren. Darüber hinaus lassen sich mit dem System Angiome, d. h. Blutgerinnsel im Gehirn, inoperable Hypophysentumoren und Hirnmetastasen punktgenau bestrahlen." Voraussichtlich bis Ende April wird das Universitätsklinikum Behandlungsprotokolle für extrakranielle Läsionen wie Tumoren in Wirbelsäule und Lunge entwickeln und damit sein Behandlungsspektrum entscheidend erweitern.

Bei der traditionellen Radiotherapie wird der Tumor in der Regel großflächig bestrahlt, wodurch angrenzendes gesundes Gewebe beeinträchtigt wird. Mit Novalis Shaped Beam Surgery hingegen kann das Erlanger Uniklinikum Tumoren mit höchster Präzision bestrahlen, während die Strahlenbelastung für gesundes Gewebe so gering wie möglich gehalten wird. Dies ist von zentraler Bedeutung, wenn der Tumor radiochirurgisch behandelt wird, d.h. wenn die zur Zerstörung des Tumors benötigte hohe Strahlendosis in einer Sitzung verabreicht wird. Die dafür notwendigen Voraussetzungen schafft die von BrainLAB entwickelte, innovative Positionierungstechnologie. Diese bringt den Tumor des Patienten vor der Bestrahlung automatisch und millimetergenau in die vom Computer errechnete Lage, so dass der Tumor mit bisher unerreichter Präzision bestrahlt werden kann. Somit kann - gefahrlos für gesundes Gewebe - eine deutlich höhere Strahlendosis als bisher im Tumor konzentriert werden, um ihn zu zerstören. Durch eine spezielle Strahlenblende, die sich während der Bestrahlung individuell an den Tumor anpasst, können während der Bestrahlung sogar unregelmäßig geformte Tumoren präzise erfasst werden.

"Hohe Bestrahlungsdosen zeigen erfahrungsgemäß sehr gute Heilungschancen bei lokalisierten Primärtumoren", erklärt Professor Rolf Sauer. "Wir erwarten, dass wir mit diesem Verfahren die Heilungsraten entscheidend verbessern können. Durch das computergesteuerte und vollautomatische Novalis-System können wir zudem die Effizienz und Präzision bei der Behandlung deutlich steigern." Im Unterschied zur Chirurgie - einem offenen Eingriff, der zumeist eine Vollnarkose erfordert - ist die Strahlenbehandlung minimal-invasiv und schmerzfrei. Der Patient kann kurz nach der Behandlung in seinen gewohnten Alltag zurückkehren. Das Universitätsklinikum Erlangen ist das bislang erste Klinikum in Deutschland, das seinen Patienten diese Technologie - und damit den weltweit höchsten Stand der Technik in der Strahlentherapie - anbietet.

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Strahlendosis Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie