Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diäten machen Knochen schwach

09.04.2003


Fast 41 Prozent aller bundesdeutschen Frauen haben bereits Diät-Erfahrung. Chefärztin warnt: Ständige Hunger-Kuren der Figur zuliebe können das Osteoporose-Risiko erhöhen

Eine repräsentative Umfrage des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (Sitz: Essen) hat ergeben: Fast 20 Millionen Deutsche - also knapp ein Drittel aller Bundesbürger ab 14 Jahren - haben mindestens eine Diät gemacht. Vor allem Frauen. 41 Prozent, also fast jede zweite, haben Diät-Erfahrung!

Dr. Jutta Semler, Chefärztin der Abteilung für Stoffwechsel- Erkrankungen am Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee und Erste Vorsitzende des Kuratoriums Knochengesundheit, warnt jedoch vor einseitigen Hunger-Kuren: "Übertriebene Schlankheits-Ideale können den Knochenschwund fördern." Verzichtet man nämlich der Figur zuliebe z.B. auf angebliche Dickmacher wie Käse und andere Milchprodukte, bekommt der Körper nicht genügend Kalzium. Für lebenswichtige Prozesse wie Hirnfunktion, Muskelarbeit und Blutgerinnung greift er dann auf Kalzium-Reserven in den Knochen zurück. Die Folge: Es droht Osteoporose. Die Knochen sind ernsthaft in Gefahr, sie brechen leichter.

"So genannte Bisphosphonate können dem Knochenschwund ganz besonders entgegenwirken", rät Frau Dr. Semler. Eine wissenschaftliche Studie belegt: Bei der Einnahme des Bisphosphonats Alendronat war die Zunahme der Knochendichte an der Lendenwirbelsäule um 70 Prozent höher als bei anderen Wirkstoffen - an der Hüfte sogar dreimal so stark. Das Risiko von Knochenbrüchen sinkt also erheblich. Besonders einfach ist die Behandlung mit einer Wochen-Pille (Handelsname: "Fosamax einmal wöchentlich"), da hier keine tägliche Tabletten-Einnahme nötig ist.

Dr. Jutta Semler: "Für die Stabilität des Skeletts in späteren Jahren ist entscheidend, wie viel Kalzium bis zum 30. Lebensjahr in den Knochen eingelagert werden konnte." Mädchen und junge Frauen sollten daher auf eine ausreichende Kalzium-Versorgung achten und auf einseitige Crash-Diäten verzichten. Auch Frauen in den Wechseljahren sollten von dieser "Mangel-Ernährung" Abstand nehmen, ebenso Frauen mit einem erblich bedingten Osteoporose-Risiko.

Der Rat der erfahrenen Ärztin und Osteoporose-Spezialistin: "Auf eine ausgewogene Ernährung achten. Das Minimum sind 1.000 mg Kalzium täglich. Optimale Kalzium-Lieferanten sind z.B. (fettarme) Milchprodukte, grünes Gemüse (z.B. Brokkoli, Lauch, Fenchel) sowie Mineralwässer (möglichst 500 mg Kalzium/l). Zusätzlich Bewegung. Das stärkt die Knochen und strafft die Figur."

Ein Trost für alle, die nicht unbedingt zu den ganz Schlanken gehören: Laut Prof. Dr. Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke haben leicht mollige Frauen ein geringeres Osteoporose-Risiko. Der Grund: Fettzellen speichern sehr gut Östrogene - und diese Hormone sind ein hervorragender Schutz vor Knochenschwund

Gerd Röckl | Stroebel Communications

Weitere Berichte zu: Diät Kalzium Knochenschwund Osteoporose-Risiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten