Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ist Handy-Strahlung krebserregend?

21.03.2003


Institut für Biophysik der Universität Hannover an EU-Projekt beteiligt / Erste Ergebnisse

Wir schädlich sind elektromagnetische und Hochfrequenzstrahlen für den Menschen? Während Bürgerinitiativen gegen Handysendemasten mobil machen und vor Krebsgefahr sprechen, wiegelt die Industrie ab - noch sei nicht nachgewiesen, das beispielsweise das häufige Telefonieren mit Handys Krebs auslöst. "Bislang gibt es keine sauberen Daten", sagt auch Prof. Hans-Albert Kolb vom Institut für Biophysik der Universität Hannover.

Doch das soll sich ändern. Insgesamt 14 Arbeitsgruppen aus sechs Ländern arbeiten in einem EU-Projekt, das klären soll, wie elektromagnetische, magnetische und Hochfrequenzstrahlung auf die Produktion von Proteinen in der Zelle und damit die Genexpression wirkt. "Alle Gruppen arbeiten mit derselben Technologie", betont Prof. Kolb. So könnten alle Messungen von anderen Teams nachgemessen und kontrolliert werden. Für die Objektivität der Messungen bürgt noch ein Zweites: "Wir arbeiten doppel-blind", erläutert Prof. Kolb. In diesem Fall bedeutet dies, dass parallel zwei Messungen stattfinden - der Versuchsaufbau ist in Stahlboxen verpackt und in nur einer ist tatsächlich ein Kraftfeld vorhanden. Nur die Produktionsgesellschaft der Boxen in Zürich weiß, in welcher Box das Feld ist. Erst nach einer Messung wird den Wissenschaftler mitgeteilt, in welcher Box das Kraftfeld anliegt.

"Nach ersten Ergebnissen wissen wir sicher, dass es unter Einfluss von Magnet- oder Hochfrequenzfeldern zu Schäden an der DNA kommt und dass Stressproteine produziert werden", sagt Prof. Kolb. Doch ob wirklich Krebs entsteht, will der Biophysiker aus diesen Ergebnissen nicht schlussfolgern. "Das wäre Spekulation." Denn die Reparaturkräfte des Körpers könnten diese Schäden an der DNA offenbar beheben. Klar scheint vorerst nur eines: Sind Zellen bereits geschädigt, dann wird diese Schädigung durch den Einfluss der Strahlung nicht linear erhöht, sonders steigt um ein Vielfaches. Und trotz Reparatur des Körpers ist nicht auszuschließen, dass an einzelnen Zellen eine Restschädigung zurückbleibt, auch wenn die Zelle zunächst "normal" funktioniert.

"Wir werden jetzt versuchen, Nachweise für Strahlungseinflüsse auf der Funktionsebene der Zellen zu finden", sagt Prof. Kolb. Denn noch ist weder klar, wo genau in der Zelle die Strahlung trifft, noch wie groß eventuelle Restschäden in der Zellfunktion durch die Störung der DNA ist.

Hans-Albert Kolb | Universität Hannover

Weitere Berichte zu: DNA Strahlung Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie