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Vorgeburtliche Tests ohne Fruchtwasseruntersuchung

18.03.2003


Forscher der Chinese University of Hongkong haben eine neue Methode für vorgeburtliche Tests ohne Fruchtwasseruntersuchung entdeckt.



Das Team isolierte aus Blutproben von Schwangeren Moleküle, die nur von Genen in der Plazenta produziert werden. Die Moleküle, die so genannte Messenger-RNA (mRNA), enhalten ausschließlich genetische Informationen über den Fötus. Durch die fötale RNA könnten Ärzte mit einem einfachen Bluttest der werdenden Mutter die Gesundheit des Ungeborenen überprüfen, berichten die Forscher in einer Vorab-Veröffentlichung des Fachblattes Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Ein derartiger Test könnte möglicherweise auch Fruchtwasseruntersuchungen ersetzen, die mit einem Risiko für das Kind verbunden sind.

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Die Hongkonger Mediziner entnahmen Frauen im Lauf der Schwangerschaft Blutproben. In diesen entdeckten sie vom Ungeborenen stammende RNA. RNA (Ribonukleinsäure) ist chemisch mit der Erbinformation DNA verwandt. Während die DNA der genetische Fingerabdruck ist, erhält man über die mRNA Informationen darüber, welche Gene exprimiert werden. "Viele Krankheiten u.a. genetische können mit einer Abnormalität der RNA-Expression in Zusammenhang stehen", erklärt Teamleiter Dennis Lo im Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Bislang bestimmten Forscher im Blut von Schwangeren nur Y-Chromosomen aus DNA. Damit beschränkten sich Gentests aus Blutproben auf männliche Föten. RNA werden dagegen neben männlichen Ungeborenen auch von weiblichen Föten in das Blut abgegeben. Frühere Arbeiten haben bereits gezeigt, dass ein hoher Spiegel an fötaler DNA im Blut der Mutter mit dem Down-Syndrom (Trisomie 21) in Zusammenhang steht. Über das Y-Chromosom kann z.B. das Risiko für diese Krankheit abgeschätzt werden. Allerdings bringt die DNA-Analyse Nachteile mit sich. So sind sich z.B. mütterliche und fötale DNA sehr ähnlich, so dass die mütterliche DNA nur von der DNA eines männlichen Föten unterschieden werden kann.

Mittels der DNA-Analyse kann auch das Risiko für den schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck oder die so genannte Präeklampsie abgeschätzt werden. Ob dafür auch die fötale RNA geeignet ist, ist noch unklar. Im nächsten Schritt suchen die Forscher nach anderen mRNA-Typen, die in der Plazenta produziert werden. Man rechnet mit 20 bis 30. Ihre Menge soll mit verschiedenen Krankheiten in Relation gesetzt werden. Die Hongkonger Forscher hoffen, 2004 verschiedene Tests auf Basis der fötalen RNA entwickeln zu können.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cuhk.edu.hk/en
http://www.pnas.org
http://www.newscientist.com

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