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Asien kämpft mit dem Speck

13.03.2003


Übergewicht macht sich in Städten und bei Kindern breit



Was einst als unmöglich erschien, ist nun Tatsache. In Asien zählen Herz- und kardiovaskuläre Erkrankungen zu den Top-Todesfaktoren. Treibender Motor ist die über den Kontinent schwappende "Speckrolle". Die asiatische Bevölkerung wird zunehmend dicker, betroffen sind vorwiegend Kinder. Die "kleinen Dicken" (auf chinesisch :"xiao pangzi") sind die Diabetiker von morgen, berichtet die New York Times. Das Übergewicht macht sich vor allem in Städten breit. In schnell wachsenden Städten sind rund 20 Prozent der Bevölkerung fettleibig.

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Als Gründe für das steigende Übergewicht bei asiatischen Stadtkindern werden die Nachsichtigkeit der Eltern, vor allem von Eltern mit nur einem Kind, die Begeisterung für billiges Fast-Food und der Mangel an Bewegung genannt. Kinder würden die meiste Zeit vor dem Fernseher verbringen.

Als besonders besorgniserregend gilt der Anstieg von Diabetes im Kindesalter. Laut Experten steigt die Anzahl von diabetischen Kindern jährlich um neun Prozent. "Wir haben heute Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren, die für die nächsten 50 Jahre mit Tabletten und Insulin-Spritzen behandelt werden müssen und im Alter zwischen 25 und 30 Jahren mit einem Herzinfarkt rechnen müssen", wird Paul Zimmet, Leiter des International Diabetes Institute in Melbourne, zitiert. Nach Angaben der WHO leben in Ost- und Südasien rund 30 Mio. Diabetiker. Mit Ende des Jahrzehnts könnten es bereits 130 Mio. sein, somit mehr als die Hälfte der weltweit prognostizierten 216 Mio. Diabetiker.

Übergewicht wird für zwei Drittel aller Diabetes-Fälle und ein Fünftel aller Herzerkrankungen verantwortlich gemacht. In den meisten asiatischen Ländern sterben mehr Menschen an diesen Erkrankungen als an Malaria, Tuberkulose oder Unterernährung. Der auf den Philippinen stationierte WHO- Experte Gauden Galea warnt aber davor, die dicke Bevölkerung für ihre Leibesfülle verantwortlich zu machen. "Fettsucht ist das Produkt der Umwelt. Drängen Menschen in Städte steigt das Risiko automatisch." Es seien nicht nur Fast-Food-Ketten, die die asiatische Ernährung geändert hätten. Waren der Bevölkerung Milch, Eis, Softdrinks und Chips einst fremd, sind sie heute in weiten Teilen Asiens alltäglich.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com
http://www.wpro.who.int

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