Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserpfeife noch schädlicher als Zigarette

12.03.2003


Trotz nachhaltiger Aufklärung über die Gefahren des Rauchens nimmt der Tabakkonsum weiter zu. Schon jetzt fordert er weltweit Jahr für Jahr fünf Millionen Todesopfer. Und der Trend hält allem Anschein nach unvermindert an. Bis zum Jahr 2025 werden zehn Millionen Todesfälle prognostiziert, die weltweit pro Jahr durch das Rauchen verursacht werden. 70 Prozent der Todesopfer entfallen dabei auf die ärmeren Länder der Erde. Vor allem auch vor diesem Hintergrund versprechen sich Experten einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen das Rauchen von einem in enger Kooperation mit dem Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) geplanten Aufbau eines Zentrums für Tabakforschung an der Universität von Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens.



Bei dem "Syrian Centre for Tobacco Studies" (http://scts-sy.org) handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von Wissenschaftlern in den USA, Syrien und Münster auf dem Gebiet der Tabakforschung in den ärmeren Ländern der Welt. Partner sind neben dem Institut in Münster die University of Memphis und die Virginia Commonwealth University in den USA sowie die Universität Aleppo in Syrien. Zur Realisierung dieses zukunftsweisenden Vorhabens hat der syrische Epidemiologe und Facharzt für Lungenkrankheiten Dr. Wasim Maziak, der zwei Jahre als Humboldt-Stipendiat an der Universität Münster tätig war, Forschungsmittel in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar eingeworben. Erhalten hat der heute noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin in Münster tätige Mediziner diese Fördergelder vom Fogarty International Centre der amerikanischen Gesundheitsbehörde National Institute of Health in Bethesda bei Washington. Darüber hinaus tragen auch die Weltgesundheitsorganisation und die kanadische Regierung finanziell zum Aufbau des Tabakforschungszentrums in Aleppo bei.



Ziel des Syrischen Zentrums für Tabakstudien ist es, zunächst die regionalen Verhaltensweisen beim Tabakkonsum zu studieren, um damit besser in der Lage zu sein, effektive Raucherentwöhnungsprogramme zu entwickeln und Raucher zum Aufhören zu bewegen. Eine besondere Aufgabe des geplanten Zentrums ist es nach Angaben von Prof. Dr. Ulrich Keil, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin des UKM, die Sucht erzeugenden und die toxischen Eigenschaften des Wasserpfeifen-
Rauchens zu untersuchen. Das Wasserpfeifen-Rauchen nimmt seinen Angaben zufolge in der Region des östlichen Mittelmeeres stark zu. Gleichzeitig gewinne es aber auch in anderen Regionen der Welt, wie zum Beispiel an der amerikanischen Westküste, an Popularität. Fälschlicherweise glauben viele Wasserpfeifen-Raucher, dass diese Form des Rauchens wesentlich weniger gefährlich sei als Zigarettenrauchen. Erste Forschungsergebnisse haben laut Keil aber gezeigt, dass Zigarette und Wasserpfeife dem Raucher zwar dieselbe Menge Nikotin, also die Sucht erzeugende Substanz, liefern, dass aber Wasserpfeifen-Raucher mehr Kohlenmonoxid und fast 20-mal mehr Teerstoffe, das heißt Krebs erzeugende Substanzen, inhalieren.



Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.scts-sy.org/

Weitere Berichte zu: Epidemiologie Rauchen Sozialmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise