Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HI-Virus wird sich selbst zu Tode mutieren

11.03.2003


Aids-Vakzin bleibt weiterhin unwahrscheinlich

... mehr zu:
»Aids »HI-Virus »Immunsystem »Impfung »Virus

Der Schweizer Medizin-Nobelpreisträger Rolf Zinkernagel bezweifelt, dass es jemals einen wirksamen Impfstoff gegen Aids geben wird. Der Mediziner glaubt aber, dass sich das HI-Virus quasi zu Tode mutieren wird. Das sei die einzige Chance, den Erreger loszuwerden, berichtet die Singapore Straits Times. Der Forscher, der bei einer Konferenz über Immunologie an der Universität von Singapur teilnimmt, meint aber, dass dies noch Jahrzehnte dauern könnte.

Zinkernagel, der 1996 zusammen mit dem Australier Peter Doherty für die Entdeckung des Erkennungsvorgangs köperfremder Zellen durch das menschliche Immunsystem, die so genannte MHC-Restriktion der T-Zell-Erkennung, den Nobelpreis erhielt, bezweifelt, dass es je eine wirksame Impfung gegen Aids geben werde. Andere Erkrankungen wie etwa die Pocken konnten mit Vakzinen ausgerottet werden, dies ist beim HI-Virus aller Wahrscheinlichkeit nach nicht möglich. "HIV verkrüppelt das Immunsystem, indem es die T-Zellen infiziert und tötet, diese sind aber wesentlich für das Funktionieren des Immunsystems", so der Forscher. Das Virus verwendet für diesen Angriff eine Protein-Struktur namens gp120, um in die Zellen eindringen zu können. "Die Schwierigkeit eines Vakzins liegt darin, dass wenn auch nur eine einzige Zelle vom Virus angegriffen wird, das Virus in dieser Zelle bleibt und an andere Zellen weitergegeben wird, auch wenn das Immunsystem ganz normal weiter arbeitet und versucht dagegen anzukämpfen", so der Experte, der Leiter des Instituts für experimentelle Immunologie an der Universität von Zürich ist. HIV könne relativ lange kontrolliert werden, vor allem dann, wenn die T-Zellen und Antikörper gestärkt werden.


"Wir arbeiten daran, den Ausbruch von Aids so lange wie möglich hinauszuzögern", so der Forscher. 30 bis 40 Jahre sollten in Zukunft kein Problem darstellen. Im Vergleich dazu sei es heute schon möglich, den Ausbruch der Krankheit um eine Dekade hinaus zu schieben. Weltweit, schätzen Gesundheitsexperten, sind fast 45 Mio. Menschen HIV-positiv.

Geschätzte drei Mio. Menschen sind bis heute daran gestorben. Zinkernagel räumt ein, dass es möglich ist, dass Aids deshalb so ein virulenter Killer ist, weil die Erkrankung noch nicht lange genug auf den Menschen adaptiert sei. "Generell hat ein Virus kein Interesse daran, dass der Wirt stirbt, da es dann selbst auch zu Grunde geht", erklärt der Spezialist. "Afrikanische Primaten, von denen die Krankheit möglicherweise stammt, tragen alle abgeänderte Aids-Viren in sich, sie sterben aber nicht daran." Der Wissenschaftler hält es für möglich, dass im Zuge der Mutation des Virus die letale Wirkung von selbst beendet. Das könne aber noch Jahrzehnte dauern.

Zinkernagel sieht Prävention als wichtigste Kampfmaßnahme gegen das tödliche Virus. "Wie bei den meisten medizinischen Problemen scheitert es am Menschen selbst, denn diese sind von Natur aus undiszipliniert". Schließlich sei es leichter eine Impfung gegen die Erkrankung zu fordern, als beim Geschlechtsverkehr oder beim Drogenkonsum vorsichtig zu sein.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch/pathol/experimentelle-immunologie
http://www.straitstimes.asia1.com.sg

Weitere Berichte zu: Aids HI-Virus Immunsystem Impfung Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie