Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feine Echos aus dem Körper

10.03.2003


Suchten die Pioniere vor Jahrzehnten noch in schattenhaften Konturen des Körperinneren, so liefert Ultraschall heute Bilder und Filme hoher Auflösung. Inzwischen kann die Geschwindigkeit des Blutes gemessen oder die Verkalkung von Arterien beurteilt werden: Ist die Gefäßwand weniger elastisch, dehnt sie sich unter dem Einfluss des pulsierenden Blutdrucks nur noch wenig. Längenänderungen von unter einem Millimeter in Echtzeit messen zu können, stellt höchste Herausforderungen an die Ultraschallköpfe und die elektronische Verarbeitung der Echosignale. Bei modernen Geräten wird der Schall nicht einfach wie bei einem Lautsprecher kegelförmig abgestrahlt - vielmehr sendet der Kopf einen fokussierten und schwenkbaren Strahl aus. An Gewebestrukturen wie einer Gefäßwand wird er reflektiert und erreicht die Empfangssensoren des Kopfes. Signallaufzeit, -intensität und -richtung liefern die Informationen, aus denen Soft- und Hardware ähnlich wie beim Fernseher punkt- und zeilenweise ein Bild aufbauen.


Der Gerätekopf sendet einen fokussier- und schwenkbaren Ultraschallstrahl durch das Gewebe. Aus den Echosignalen konstruiert das Computersystem punkt- und zeilenweise ein hoch aufgelöstes Bild - hier das einer Niere
© Fraunhofer IBMT



Wie der Ultraschallstrahl geformt werden kann, erläutert Peter Weber vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT: »In die Ultraschallköpfe ist ein Feld - Fachleute nennen es Array - von bis zu 256 Piezoelementen eingebaut, die einzeln angesteuert werden und im Takt angelegter Wechselspannungen schwingen. Werden die Frequenzen und Amplituden richtig aufeinander abgestimmt und dynamisch gesteuert, so überlagern sich die einzelnen Ultraschallwellen zu einem weniger als ein Millimeter schmalen und lenkbaren Strahl.«

... mehr zu:
»DiPhAS


Weber und seine Arbeitsgruppe »Ultraschall-Systementwicklung« verfügen über ein Gerät, mit dem dieser Strahl besonders flexibel geformt und gelenkt werden kann und dessen Auflösungsvermögen neue Maßstäbe setzt. Der Grund: Soft- und Hardware von DiPhAS - dem Digital Phased Array System - verarbeiten alle Signale durchgängig digital und damit präzise und reproduzierbar. Es ist zudem in der Lage, bis zu 25 Einzelbilder pro Sekunde aufzunehmen. Abgespeicherte Datensätze wie die eines schlagenden Herzens können für spätere Auswertungen jederzeit wieder aufgerufen werden.

Die Zulassung als medizinisches Diagnosegerät haben Weber und seine Mitarbeiter bereits beantragt. Auf der MEDTEC in Stuttgart ist DiPhAS erstmals auf einer Messe zu sehen. Vom 18. bis 20. März können Fachleute in Halle 4 am Stand 617 tiefere Einblicke gewinnen und sich von der Leistungsfähigkeit des Systems ein klares Bild machen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Peter Weber
Telefon 0 68 94 / 9 80-2 27
Fax 0 68 94 / 9 80-4 00

Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT
Ensheimer Straße 48
66386 St. Ingbert

Johannes Ehrelenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de/
http://www.ibmt.fraunhofer.de/ibmt3ussystem_index.html
http://www.devicelink.com/expo/medtec03/

Weitere Berichte zu: DiPhAS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften