Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Protein von Cyanobakterien bremst Ebola

06.03.2003


Cyanovirin-N hindert Virus am Eindringen in die Zelle


www.research.ibm.com



US-Forscher haben entdeckt, dass ein bakterielles Protein eine Ebola-Infektion bremsen kann. Es ist bereits bekannt, dass das von Cyanobakterien produzierte Eiweiß Cyanovirin-N (Bild) auch dem Immunschwächevirus (HIV) das Eindringen in Zellen erschwert. Ob Cyanovirin-N (CN-V) eine HIV-Übertragung durch Geschlechtsverkehr verhindern kann, wird zurzeit im Laboratory of Drug Discovery Research des National Cancer Institutes (NCI) untersucht.



"CV-N ist gegen eine Reihe von HIV-Stämmen extrem wirksam", erklärt Barry O´Keefe vom Center for Cancer Research des NCI. Es verhindert die HIV-Infektion, indem es sich an die Außenseite des Virus bindet. Das Virus kann nicht in die Zelle eindringen. Es hat sich herausgestellt, dass sich CV-N an bestimmte Zuckermoleküle (Glykoproteine) der Viren-Oberfläche bindet. Da ähnliche Zuckermoleküle das Ebola-Virus umhüllen, hofften die Forscher, dass sich das Protein bei Ebola als gleich wirksam herausstellt.

Bei Zellkulturen bestätigte sich ihre Hypothese. CV-N ging mit den Zuckermolekülen an der Oberfläche des Ebola-Virus eine Verbindung ein. Das Virus konnte die Zellen nicht infizieren. Labormäuse lebten länger, wenn ihnen vor einer Ebola-Infektion CV-N injiziert wurde und das Protein auch nachträglich einen Tag lang gespritzt wurde. "CV-N ist das erste bekannte Molekül, das eine Ebola-Infektion verhindert, indem es das Virus vom Eindringen in die Zelle abhält", erklärt O´Keefe. Das Protein selbst ist zur Behandlung einer Ebola-Infektion ungeeignet, schreiben die Forscher im Fachblatt Antiviral Research. Das bessere Verständnis über das CV-N-Zusammenspiel mit dem Virus unterstützt allerdings das Wissen über den Infektionsablauf und damit die Entwicklung von Therapien, resümieren die Mediziner optimistisch.

Das Ebola-Fieber wurde zum ersten Mal als Epidemie in den 70er Jahren im damaligen Zaire (VR Kongo) und im Südsudan untersucht und beschrieben. Seitdem sind auf der Welt einige hundert Fälle von Ebola-Virus-Erkrankungen in der Demokratischen Republik Kongo, in der Republik Kongo, in Gabun, an der Elfenbeinküste und im Sudan aufgetreten. Das Ebola-Virus wird direkt von Mensch zu Mensch durch Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, übertragen. Gegen Ebola-Viren gibt es noch keine wirksamen Medikamente.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.research.ibm.com
http://www.cancer.gov

Weitere Berichte zu: CV-N Cyanobakterie Ebola Ebola-Infektion Ebola-Virus Protein Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten