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Poröse Knochen mit Spezial-Zement auffüllen

21.02.2003


Neurochirurgen der Universität Jena bieten spezielle Behandlungsmethode bei Osteoporose


Osteoporose, "poröse Knochen" - so lautet die Diagnose für etwa 5-7 Millionen Menschen in Deutschland. Ein Drittel der Bevölkerung erleidet bis zum 75. Lebensjahr einen Knochenbruch, der durch diese häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens verursacht wird. Die meist altersbedingte Osteoporose zeichnet sich durch einen Abbau von Knochensubstanz und Erweiterung der Markräume aus. Die porösen Knochen, besonders im Bereich der Hüfte und Wirbelsäule, verursachen bei den Betroffenen große Schmerzen. Diesen Osteoporose-Patienten kann jetzt in der Klinik für Neurochirurgie der Friedrich-Schiller-Universität Jena besser geholfen werden. Das Team um Prof. Dr. Rolf Kalff bietet seit kurzem eine Therapie an, bei der die porösen Knochen gezielt mit "Zement" aufgefüllt werden. Dadurch kommt es zur inneren Stabilisierung des Knochens und einer schnellen und langanhaltenden Schmerzlinderung.

"Das Jenaer Universitätsklinikum ist bisher die einzige Einrichtung in Thüringen, in der diese spezielle Methode eingesetzt wird", sagt Oberarzt Dr. Uwe Vieweg. Die übliche Behandlung der Osteoporose mit Medikamenten verhindert zwar einen weiteren Abbau der Knochensubstanz, die Schmerzen blieben jedoch meist bestehen, da kein Neuaufbau der Knochensubstanz erfolgt, erklärt der Jenaer Neurochirurg. Hier setze die neue Behandlungsmethode, Vertebroplastie genannt, an.


Unter schonender lokaler Narkose gegebenenfalls unter Allgemeinnarkose wird mit einer Nadel von außen flüssiger Knochenzement in die betroffenen Wirbelkörper eingespritzt. Die Besonderheit: Mit Hilfe von Computertomographie und Röntgenabbildungen können die Ärzte während der Operation die Nadel genau an der Stelle platzieren, an der der Zement benötigt wird. Diese doppelte Kontrolle durch die bildgebenden Verfahren direkt im OP-Bereich ermöglicht einen punktgenauen, wohldosierten Einsatz des Zements. Dieser härtet innerhalb weniger Minuten aus.

"Die Vertebroplastie ist seit längerem bekannt. In den letzten Jahren wurde sie jedoch konsequent weiterentwickelt und getestet, so dass sie jetzt mit überzeugenden Ergebnissen angewendet werden kann", erklärt Vieweg. "Über 90 Prozent der Patienten verlassen die Klinik ohne Schmerzen." Die Folge: weniger Schmerzmittel, weniger Nebenwirkungen, geringere Kosten. Natürlich muss die Osteoporose weiterbehandelt werden. Aber in Kombination mit der Vertebroplastie wird an zwei Fronten therapiert. Gegen den Knochenschwund mit Medikamenten und gegen die schmerzenden porösen Knochen mit der "Zementbehandlung".

Kontakt:

OA Dr. Uwe Vieweg
Klinik für Neurochirurgie am Klinikum der Universität Jena
Bachstr. 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 - 934703 oder 934705
Fax: 03641 - 934704
E-Mail: u.vieweg@med.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Knochensubstanz Osteoporose Vertebroplastie

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