Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drogen stimulieren Gehirn immer gleich

20.02.2003


Alle machen Neuronen in bestimmten Hirnareal überempfindlich



Ob Alkohol, Kokain, Amphetamine, Morphium oder Nikotin – Drogen stimulieren bestimmte Gehirnareale auf die selbe Art und Weise. Dies legt laut Wissenschaftlern des Stanford Medical Centers eine universelle Methode zur Behandlung einer Sucht nahe.

... mehr zu:
»Kokain »Nikotin »VTA


Drogen greifen Gehirnzellen in jenem Bereich des Gehirns an, der in der Entstehung von Abhängigkeiten eine entscheidende Rolle spielt: das so genannte ventrale Tegmental-Areal (VTA). Das VTA ist gepackt mit Dopamin-produzierenden Neuronen. Der Neurotransmitter Dopamin wiederum ist für Bewegung, Genuss und emotionale Reaktionen verantwortlich. Wie das Team unter der Leitung des Verhaltensforschers und Psychiaters Robert Malenka jetzt festgestellt hat, machen Drogen Neuronen in diesem Hirnareal überempfindlich. "Mit verschiedenen Mechanismen verursachen Drogen eine einzige molekulare Veränderung", erklärt Malenka. Die Forscher vermuten, dass die folgende Dopaminausschüttung zusätzlich zur Überempfindlichkeit der Neuronen zur Sucht führt.

Malenka und Forscher der University of California/San Francisco konnten bereits im vergangenen Jahr diese molekularen Veränderungen bei Mäusen, denen Kokain verabreicht wurde, nachweisen. Nach der Kokain-Gabe reagierten die Neuronen auf Glutamat, eine Substanz die ebenfalls im VTA produziert wird, eine Woche nach der Verabreichung empfindlicher. In der aktuellen Studie war dies nicht nur bei Kokain, sondern auch bei der Gabe von Morphium, Amphetaminen, Nikotin und Alkohol der Fall. Die Neuronen reagierten auf Glutamat empfindlicher. Zusätzlich stellte sich heraus, dass Stress ähnliche Veränderungen im Gehirn auslöst. Malenka betont, dass Stress an sich zwar nicht süchtig macht, er für ehemalige Abhängige ein Auslöser sein kann, wieder in die Sucht abzugleiten. Weitere Forschungsarbeiten sollen jetzt das Verständnis, wie Drogen das Gehirn beeinflussen, verbessern. Langfristig könnten diese Arbeiten zu Medikamenten führen, die eine abhängig machende Reaktion blockieren. Die Frage ist, wie diese Reaktion gehemmt werden kann, ohne die normale Funktion der Dopamin-produzierenden Neuronen für das Lernen und das Gedächtnis zu beeinflussen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www-med.stanford.edu/school/

Weitere Berichte zu: Kokain Nikotin VTA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik