Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kosmetische Schilddrüsenoperation

18.02.2003


Operationen über den Bidschirm erfordern höchste Konzentration


Wundsituation drei Wochen nach endoskopischer Schilddrüsenoperation rechts. Der seitliche Hauptschnitt integriert sich kaum merklich in eine Hautlinie


Neues endoskopisches Verfahren vermeidet störende Narben


Eingriffe an der Schilddrüse hinterlassen eine auffällige Narbe im vorderen Halsbereich. Durch ein neuartiges endoskopisches Vorgehen lassen sich große Schnitte vermeiden und kosmetisch günstigere Ergebnisse erzielen. Mit der im Krankenhaus Schwarzach angebotenen Methode wurden bereits mehr als 70 Patienten erfolgreich operiert.

Schilddrüsenoperationen zählen zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Die Hauptgründe dafür sind Knotenbildungen unterschiedlichster Größe. Zur feingeweblichen Beurteilung der Dignität müssen selbst kleine Knoten chirurgisch entfernt werden. In der Regel geschieht das mittels eines Hautschnittes an gut sichtbarer Stelle an der Vorderseite des Halses. Durch die Lage und durch eventuell auftretende Probleme bei der Wundheilung entstehen häufig kosmetisch ungünstige Verhältnisse in einem Körperbereich, der den Blicken anderer direkt preisgegeben ist.


Seit März 2001 wird an der Abteilung Chirurgie des Krankenhauses Schwarzach ein neuartiges Verfahren in "Schlüssellochtechnik“ zur Entfernung von kleinen Schilddrüsenknoten angewendet. "Unter videoendoskopischer Sicht operieren wir die Schilddrüse über drei bis vier nur wenige Millimeter große Einschnitte“, erklärt Prim. Messenbäck, Leiter der Abteilung. "Der Chirurg entfernt den abgetragenen Schilddrüsenlappen über einen kurzen Schnitt, welcher im seitlichen Halsbereich exakt in eine Hautlinie gelegt wird und somit nach Abheilung kaum mehr erkennbar ist. Wie andere endoskopische Operationen liefert auch diese Methode besonders zufriedenstellende kosmetische Ergebnisse in Bezug auf Wundgröße, Wundlage und Schonung der Haut.“

Der Arzt findet im Halsbereich äußerst enge Platzbedingungen vor, die Operation geschieht mit allerhöchster Konzentration. Während des Eingriffes wird das Gewebe mit Kohlendioxid gedehnt. Die Strukturen erscheinen auf dem Bildschirm in bis zu 100-facher Vergrößerung. Um diese Operationsmethode sicher durchzuführen, bedarf es zum einen ausreichender Erfahrung in der offenen Schilddrüsenchirurgie, insbesondere in Hinblick auf die Schonung der Stimmbandnerven. Zum anderen ist Erfahrung und Übung in anderen minimal invasiven Operationsmethoden (z.B. laparoskopische Gallenblasen-, Dickdarm- und Bruchoperationen) Voraussetzung. In Schwarzach wurde diese europaweit neue Operationstechnik bisher bei 72 Patienten mit bis zu 3 cm messenden Schilddrüsenknoten erfolgreich angewendet.

Der Vorteil der Methode liegt in der eindeutig besseren Kosmetik. Da im Unterhautgewebe keine Durchtrennung von Blutgefäßen und Muskelschichten erfolgt, sind in den ersten Tagen nach der Operation nur geringfügige Wundschwellungen zu beobachten. Bei Kontrolluntersuchungen waren die 2 mm kleinen Stiche nicht mehr zu sehen. Der seitliche Hauptschnitt integriert sich kaum merklich in eine Hautlinie. Nackenschmerzen, wie sie oft nach "normalen“ Schilddrüsenoperationen auftreten, werden bei dieser endoskopischen Methode von den Patienten nicht berichtet. Gerade zur Entfernung kleiner, einseitig bestehender Knotenbildungen der Schilddrüse bietet sich die minimal invasive Technik in geübten Händen als schonende, kosmetisch günstige Operationsvariante an

Dr. Franz Messenbäck | Klinik Schwarzach

Weitere Berichte zu: Schilddrüse Schilddrüsenoperation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie