Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tissue Engineering für den Gewebeersatz

13.02.2003


Mit Tissue Engineering den Gewebeersatz verbessern - Kompetenznetz für Biomaterialien in Baden-Württemberg



Am 1. Januar 2003 hat das Kompetenznetz für Biomaterialien in Baden-Württemberg seine Arbeit aufgenommen, ein Zusammenschluß des Kompetenzzentrums für Biomaterialien in Ulm (Sprecher Prof. Dr. Lutz Claes), des Zentrums für Biomaterialien und Organersatz Stuttgart/Tübingen (Sprecher Prof. Dr. Heinrich Planck) und des Valley Tissue Engineering Centers (ValleyTEC) in Freiburg (Sprecher Prof. Dr. Björn Stark). Ziel des Netzwerkes ist es, durch enge Zusammenarbeit zwischen den Zentren Synergieeffekte zu erzielen und damit die komplexen Aufgaben der Forschung auf den Gebieten der Biomaterialien und des Tissue Engineering effektiver zu bewältigen. Als erster Sprecher des Netzwerkes wurde dessen Initiator Prof. Dr. Lutz Claes gewählt.

... mehr zu:
»Biomaterial »Gewebeersatz


Während die Kompetenzzentren für Biomaterialien in Ulm und Stuttgart/Tübingen bisher eine Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhielten, erfolgt die Förderung des Netzwerkes aus Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg in Höhe von insgesamt 2,57 Millionen Euro über eine Laufzeit von drei Jahren. In novellierter Konzeption der bisherigen Biomaterialforschung, die sich überwiegend mit der Entwicklung und Prüfung von Biomaterialien und ihren Oberflächen beschäftigte, liegt der Schwerpunkt der Projekte im Kompetenznetzwerk jetzt auf dem Gebiet des Tissue Engineering und hier speziell des Ersatzes von Binde- und Stützgewebe. In der Orthopädie und Traumatologie besteht ein sehr hoher Bedarf an Materialien bzw. Ersatzgeweben für den Einsatz in Knochen und Gelenken. Knochendefekte müssen oft mit körpereigenem Knochen behandelt werden, der jedoch nicht in ausreichender Menge zu Verfügung steht und zudem in einer zusätzlichen Operation dem Patienten entnommen werden muß. Das trifft auch für Knorpeldefekte zu, die ebenfalls mit Eigenknorpel behandelt werden können. Auch bei traumatischen Verletzungen von Bändern, wie z.B. der häufigen Ruptur des vorderen Kreuzbandes, erfolgt Ersatz durch Bänder oder Sehnen, die an anderer Stelle des Körpers entnommen werden müssen. Diese Entnahmeoperationen belasten die Patienten und schwächen die gesunden Strukturen an der Entnahmestelle.

Daher kommen auf all diesen Anwendungsgebieten bereits Biomaterialien zum Einsatz, die entweder direkt oder in Gestalt eines in vitro gezüchteten Ersatzgewebes aus körpereigenen Zellen und Biomaterialträger implantiert werden (Tissue Engineering). Die bereits zur Verfügung stehenden Biomaterialien genügen jedoch den funktionellen und biologischen Anforderungen für das Tissue Engineering nur ungenügend. Mängel treten vor allem im mechanischen Verhalten auf sowie in Hinsicht auf die ungenügende Fähigkeit, gezielt erwünschte Zellreaktionen hervorzurufen.

Im Rahmen des Netzwerkes ist eine Aufgabenteilung vorgesehen, die die spezifischen Kompetenzen der Zentren berücksichtigt. So wird sich das Zentrum Stuttgart/Tübingen schwerpunktmäßig mit der Herstellung und Testung von geeigneten Trägermaterialien beschäftigen. In Ulm werden solche Materialien an der Oberfläche chemisch funktionalisiert, damit sie gewünschte Zellreaktionen auslösen können. Ferner werden die Bedingungen für die Zelldifferenzierung von adulten Stammzellen erforscht und der Einfluß von mechanischen Reizen auf die Zellen und ihre Produkte untersucht. In Freiburg steht die Frage im Mittelpunkt, wie Biomaterial-Zellkonstrukte möglichst schnell an die körpereigene Durchblutung angeschlossen werden können, um zu vermeiden, daß die transplantierten Zellen wieder absterben.

Der Ersatz von Knochen, Bändern und Knorpel durch zellbesiedelte Biomaterialien (Tissue engineering) befindet sich noch ganz am Anfang der Entwicklung. Die Projekte des Kompetenznetzwerkes sind deshalb der Grundlagenforschung zuzuordnen. Die Netzwerker hoffen, vermöge der Bündelung der Kompetenzen und Kapazitäten der drei Zentren innerhalb der vor ihnen liegenden dreijährigen Förderperiode einen Beitrag zur Verbesserung des Gewebeersatzes leisten zu können.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Biomaterial Gewebeersatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie