Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lichtempfindlichkeit der Haut "erlauschen"

11.02.2003


Das Institut für Biophysik an der Universität Hannover entwickelt lasergestützte Messmethode

Wenn die Sonne scheint, geht es uns gut. UV-Strahlung sorgt für gute Laune, regt die Vitamin D Bildung an und sorgt für ein stabileres Immunsystem. Doch zuviel Sonne - das ist mittlerweile allgemein bekannt - kann große Hautschäden anrichten. Sonnenbrand, ein erhöhtes Hautkrebsrisiko, beschleunigte Hautalterung und allergische Reaktionen können die Kehrseite zu intensiver UV-Bestrahlung sein. Schutz für die Haut versprechen Sonnencremes, die je nach Hauttyp verschiedene Lichtschutzfaktoren anbieten.

Doch gerade bei der Bestimmung des Hauttyps hapert es an zuverlässigen Daten. Bislang werden Patienten für Bestrahlungstherapien oder Solariumsbesucher fast ausschließlich nach Augenschein einem der sechs Hauttypen zugeordnet. Empfindlichkeiten für einzelne Wellenlängen des UV-Lichts müssen individuell ausprobiert werden. Dies ist einer der Gründe weswegen am Institut für Biophysik der Universität Hannover wird eine Methode entwickelt wird, die es mit Hilfe eines optoakustischen Sensors ermöglicht, die Lichtempfindlichkeit der Haut zu messen, ohne sie dabei zu verletzen. Ein Laserstrahl, der die Wellenlängen des UV-Lichtes umfasst, wird dabei auf die Haut geschickt, die sich lokal erwärmt und kurzzeitig ausdehnt. Dabei sendet das Gewebe eine Ultraschallwelle aus, die wiederum gemessen wird. "So können wir erkennen, wie tief die UV-Strahlung in die Haut eindringt", erklärt Merve Meinhardt, Doktorandin am Institut für Biophysik, die dieses Projekt betreut.

Ziel ist nicht nur, ein möglichst einfaches Gerät zu entwickeln, das in Arztpraxen oder Solarien zu Bestimmung der Lichtempfindlichkeit beiträgt, sondern insbesondere, eine Datengrundlage für die Empfindlichkeit der unterschiedlichen Hauttypen zu schaffen. "Derzeit läuft das Projekt noch im Selbstversuch", sagt Meinhardt. Doch mittelfristig sollen zehn Probanden pro Hauttyp untersucht werden. "Damit sollen die optischen Eigenschaften der Haut genauer vermessen werden und so eine verbesserte Grundlage für die Erforschung von UV-Wirkungen in der Haut geschaffen werden", ergänzt Ronald Krebs, ebenfalls Doktorand am Institut für Biophysik, der dieses Projekt gemeinsam mit Prof. Angelika Anders ins Leben gerufen hat. Zugleich wollen die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Anders Vergleiche mit künstlich gezüchteter Haut anstellen, wie sie normalerweise in den Labors der großen Kosmetikunternehmen verwendet wird. "So können wir feststellen, ob die künstliche Haut in puncto Lichtempfindlichkeit dieselben Eigenschaften aufweist wie natürliche", erklärt Prof. Anders.

Katharina Wolf | Universität Hannover

Weitere Berichte zu: Biophysik UV-Strahlung Vitamin D

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE