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Mikrowellen als neues Mittel gegen Herzerkrankungen

05.02.2003


Für die meisten von uns sind Mikrowellen ein Behelf, um Essen aufzutauen oder Wasser zu kochen. Die Forschungsarbeit von Telekommunikationsingenieuren an der University of Technology Sydney (UTS) eröffnet jedoch die Möglichkeit, Mikrowellenenergie für die Heilung potenziell tödlicher Herzrhythmusstörungen einzusetzen.



In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kardiologie am Weastmead Hospital hat ein Team der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der UTS Miniatur-Mikrowellenantennen entwickelt, die bei einer Schlüssellochchirurgie am Herzen eingesetzt werden können. Bei dieser Technik wird Mikrowellenenergie für die gezielte Entfernung von geschädigtem Herzgewebe eingesetzt.



Herzrhythmusstörungen, eine weit verbreitete Herzerkrankung, gehören auch zu den Ursachen eines Herzinfarkts. Derartige Störungen wurden gewöhnlich durch Eingriffe am offenen Herzen (eine Option, die nur bei gesunden und stabilen Patienten in Frage kommt) oder medikamentös behandelt, was nur zu 50 Prozent erfolgreich ist und zum Teil mit lebensgefährlichen Nebenwirkungen verbunden sein kann.

"Inzwischen haben Chirurgen damit begonnen, auch eine weniger invasive Technik einzusetzen. Dabei werden Elektroden mittels Katheter ins Herz eingeführt und Hochfrequenz(HF)-Energie eingesetzt, um beschädigtes Gewebe zu entfernen," so Dr. Ananda Mohan Sanagavarapu, Leiterin des UTS Teams.

"Die HF-Energie hat jedoch mehrere Nachteile, wie das Risiko einer Gerinnselentstehung an den Stellen, wo die Elektroden mit dem Herzgewebe in Berührung kommen. Mikrowellentechniken, die üblicherweise bei drahtloser Kommunikation zum Einsatz kommen, können die Nachteile der Radiowellen bei entsprechenden Anwendungen eliminieren."

"Der Einsatz von Mikrowellenenergie basiert nicht auf Gewebekontakt, ist einfacher zu kontrollieren und eine Behandlung kann zielgenau mit maximaler Wirksamkeit durchgeführt werden. Der Schlüssel zum erfolgreichen Einsatz von Mikrowellenenergie ist die Entwicklung geeigneter Antennen."

Das entwickelte Mikrowellensystem konnte Dr. Mohan zufolge nur Dank der einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren der UTS und Kardiologen des Westmead Hospital entstehen. Mehrere Modelle von Miniatur-Mikrowellenantennen wurden bereits entworfen und hergestellt.

"Es besteht die Aussicht auf eine minimal invasive, kostengünstige Behandlung, welche die Störungen heilt und Patienten schneller genesen lässt. Sie wird Menschen zu Verfügung stehen, bei denen kein Eingriff am offenen Herzen möglich wäre und die somit bisher nur mit Medikamenten hättet behandelt werden können," erklärt Dr. Mohan. Tierversuche mit der neuen Technik werden in Kürze beginnen.

Weitere Informationen in englischer Sprache:

Dr. Ananda Mohan Sanagavarapu
Tel.: 0061-2-9514- 2447
Email: Ananda.Sanagavarapu@uts.edu.au

Sabine Ranke-Heinemann | idw

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