Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ephedra auf der Abschussliste

04.02.2003


US-Forscher warnen vor synthetische hergestellten Pflanzenextrakten

... mehr zu:
»Ephedra »Ephedrin »TCM

Amerikanische Forscher warnen vor dem Gebrauch des Pflanzenextrakts Ephedra. Der Wirkstoff findet sich in vielen Abmagerungspillen und gilt als Energie-Booster, berichtet BBC-Online heute, Dienstag. Die Wissenschaftler wollen den Stoff am liebsten überhaupt vom Markt nehmen, da die Nebenwirkungen von Ephedra-Präparaten hundert Mal größer sind als die anderer Heilstoffe.

Nach Angaben der Forscher vom San Francisco VA Medical Center sind nach der Einnahme von Ephedra Nebenwirkungen wie Beklemmungsgefühle, Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck bis hin zu tödlichen Herzinfarkten aufgetreten. Die Forscher fordern von der US-Food & Drug Administration FDA entweder eine bessere Kontrolle oder ein generelles Verbot des Medikaments. Nach den Berichten von BBC erwägen nun auch die Briten Schritte gegen Medikamente zu ergreifen, die den Wirkstoff beinhalten.


Nach Erkenntnissen der American Association of Poison Control Centers, einer unabhängigen Kontrolleinrichtung, die in erster Linie Informationen aus der Öffentlichkeit enthält, soll Ephedra sogar 200 Mal gefährlicher sein als vergleichbare Präparate zum Abnehmen. Nach Angaben von BBC machen Ephedra-Präparate aber nur ein Prozent der gesamten Phytopharmaka aus. Aber 62 Prozent aller Beschwerden oder Berichte betreffen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten. "Das Argument war immer, dass Ephedra deshalb unbedenklich sei, weil es natürlich ist und seit Jahrtausenden verwendet wird. Wir haben aber jetzt bewiesen, dass es hundert Mal gefährlicher ist als andere Wirkstoffe", so Forschungsleiter Stephen Bent. In die gleiche Kerbe schlägt der Co-Autor Michael Shlipak. "Unsere Studie zeigt, dass Ephedra unsicher ist und nicht ohne ärztliche Aufsicht eingenommen werden darf", so der Forscher.

Ephedra ist der Wirkstoff der Pflanze Meerträubel (Ephedra sinica). "Diese wird seit Jahrtausenden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) unter dem Namen Ma-Haung verwendet", so Andreas Bayer, Leiter der TCM-Akademie in Wien zu pressetext.austria. Der wesentliche Unterschied zu den Ephedra-Präparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, und der Anwendung in der TCM liege darin, dass sich die TCM nur auf echte pflanzlich hergestellte Präparate verlässt, während eine Vielzahl der angebotenen Arzneimittel synthetisch aus Konzentraten hergestellt sind. "Es gibt wirklich Fälle, in denen Patienten an den Präparaten gestorben sind. Diese haben täglich zwischen 150 und 300 Milligramm Ephedrin zu sich genommen. In der TCM besteht die Dosis aus maximal 27 Milligramm pro Woche", so Bayer. Bayer kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Tendenz in der Branche, verschiedene Wirkstoffe miteinander zu mischen. "Eine Mischung von Ephedrin mit Koffein wirkt zum Beispiel fatal", so der Experte. Bayer fordert in diesem Zusammenhang eine bessere Regulierung von pflanzlichen Wirkstoffen zur Sicherheit der Patienten. "Sanfte Medizin hat auch Grenzen. Diese werden durch falsche Dosierungen und unpassende Rezepturen häufig überschritten", erklärt der Mediziner.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.tcm-academy.org in

Weitere Berichte zu: Ephedra Ephedrin TCM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie