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Stress in der Ehe strapaziert Gesundheit

31.01.2003


Positive Interaktion zwischen Paaren verbessert Wundheilung und Immunfunktion



Was Liebe mit der Gesundheit zu tun hat? Laut Forscher des Ohio State University Centers sehr viel. In einer mehrjährigen Studie will das Forscher-Ehepaar Janice Kiecolt-Glaser und Ronald Glaser herausgefunden haben, dass die Qualität der Ehe die Gesundheit der Partner beeinflusst. Ihr Fazit nach 20 Jahren Blick Ehe-Forschung: Stehen die Partner der Beziehung positiv gegenüber, wirkt sich dies auch positiv auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus.



Glaser und Glaser untersuchten die Stresshormonspiegel und den Wundheilungsprozess verheirateter Paare. Es zeigte sich, dass sich die Qualität der Interaktion zwischen den Paaren in der Reaktion des Körpers via Stresshormonen und Immunfunktion auswirkt. So kann Stress verschiedene Hormonwerte im Blut verändern sowie das Immunsystem schwächen und in der Folge die Anfälligkeit des Körpers für Erkrankungen erhöhen, erklären die Forscher. Als Beispiel nennt Glaser, dass ein Ehestreit in Kombination mit der Diagnose Krebs das Immunsystem schwächen kann. Als Konsequenz kann sich auch die Impfwirkung verschlechtern und die Wundheilungsrate verzögern.

Allein die Tatsache, dass Ehepaare über Veränderungen, sei es auch nur sich besser organisieren oder abnehmen zu wollen, sprechen, wirkt sich positiv aus. Diese positive Einstellung wiederum spiegelt sich im selben Augenblick in einem geringeren Cortisolwert (Stresshormon) im Blut wider. Je geringer der Cortisolwert ist, umso schneller erfolgt wiederum die Wundheilung. Bei den Wunden handelte es sich um Blasen, die beiden Partnern absichtlich durch ein Vakuum auf einem Arm zugefügt wurden. "Wir können genau nachvollziehen, was in der Wunde während einer sozialen Interaktion passiert", erklärte Glaser. Im Mittelpunkt standen die Konzentrationen der Cytokine, die den Wurndheilunsprozess starten, und so genannte Neutrophile, Zellen, die verletztes Gewebe wieder reparieren. Stress in der Beziehung kann durch die Erhöhung der Stresshormone den Weg der Cytokine zur Wunde drosseln und somit auch den Heilungsprozess verzögern.

Den Zusammenhang zwischen geschwächtem Immunsystem bzw. höherer Krankheitsanfälligkeit und schlechter Stimmung in Ehe haben die Forscher an 90 neu verheirateten Paaren belegt. Nach zehn Jahren zeigte sich, dass erhöhte Hormonspiegel, die in vorangegangenen Studien bereits belegt wurden, die besten Indikatoren für eine Scheidung waren. "19 Prozent der Paare trennten sich und alle hatten erhöhte Adrenalin-, Noradreanalin-, ACTH- und Cortisolwerte."

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.osumedcenter.edu

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