Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kindstod verkürzt Lebenserwartung der Eltern

31.01.2003


Dänische Studie: Gesundheitsrisiko für Mütter steigt extrem



Der Tod von Kindern verkürzt nach einer großangelegten Studie in Dänemark auch das Leben der Eltern. Besonders davon betroffen sind Mütter, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "The Lancet". Demnach passieren Müttern von verstorbenen Kindern häufiger schwere Unfälle, sie erleiden öfter schwere Krankheiten und neigen zum Suizid.

... mehr zu:
»Kindstod »Selbstmord


Jörn Olsen und seine Kollegen von der Universität in Aarhus haben mehr als 21.000 Eltern, deren Kinder zwischen 1980 und 1996 gestorben sind, untersucht. Sie haben ihre Ergebnisse mit 300.000 Eltern, deren Kinder immer noch am Leben sind, verglichen. Die Chance, dass Mütter bis zu vier Jahre nach dem Tod ihres Kindes Selbstmord begehen oder schwere Unfälle erleiden, sei um das Vierfache höher als bei anderen Eltern, deren Kinder noch leben. Zusätzlich ist die Chance, dass Mütter, die ein Kind verloren haben, an Krebs erkranken um 44 Prozent höher. Auch das Risiko für andere schwere Krankheiten wie etwa des Herz- Kreislaufsystems ist bei diesen Müttern erhöht. Aber auch die Gesundheit der Väter leidet unter dem Verlust eines Kindes. Das Risiko eines schweren Unfalls oder eines Selbstmords steigt nach den Ergebnissen der Mediziner ums Doppelte. Die Mediziner gehen davon aus, dass die Trauer und der Stress, der mit dem Tod eines Kindes auftritt, die Ursache für das erhöhte Risiko ist.

"Ein Kind zu verlieren ist eines der schlimmsten Dinge, die Eltern widerfahren können. Der Stress, der dadurch entsteht, sorgt für hohen Blutdruck und damit erhöht sich die Chance auf eine Herzkrankheit", so Olsen. "Stress ist auch ein Grund einen gesünderen Lebenswandel aufzugeben und den Alkohol- und Nikotinkonsum zu erhöhen", erklärt der Mediziner. Als wichtigste Botschaft will der Wissenschaftler mit der Untersuchung auf das erhöhte Risiko aufmerksam machen. "Dabei ist die wichtigste Botschaft, zu erkennen, dass aus der Trauer um ein Kind eine große Gefahr für die eigene Gesundheit erwächst". Der Forscher rät dazu, für den Schritt der Bewältigung einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. "Die Gesundheitsbehörden müssen verstehen, dass diese Ausnahmesituation für die Verbliebenen schlimme Folgen hat. Daher müssen sie besondere Unterstützung von Seiten des Staates erhalten", so Olsen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.thelancet.com
http://www.au.dk

Weitere Berichte zu: Kindstod Selbstmord

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise