Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hunderte Angriffsziele für Malaria-Medikamente gefunden

31.01.2003


Transportproteine markieren Tod des Parasiten


Forscher der University of Melbourne wollen hunderte neue mögliche Targets (Angriffsziele) für Malaria-Medikamente gefunden haben. Die Botaniker entdeckten Proteine, die für das Überleben des Parasiten notwendig sind. Die Proteine haben ein Kennzeichen gemeinsam und werden damit leichter auswählbar, berichten die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe von Nature. Jedes Jahr sterben mehr als eine Mio. Menschen an Malaria, weitere 300 Mio. infizieren sich. Hinzu kommt, dass Resistenzen auf Medikamente steil ansteigen und eine Impfung noch immer aussteht.

Die entdeckten Proteine wirken im so genannten Apicoplast (ein Plastid-ähnliche Organell) des Malaria-Überträgers Plasmodium falciparum. Der Apicoplast ist ähnlich dem energie-produzierenden Chloroplasten in Pflanzen. "Kann der Apicoplast auch nur irgendwie gestört werden, ist dies für den Parasiten tödlich", erklärte Studienleiter Geoff McFadden, Botaniker an der Uni. Produziert werden die Proteine, die für den Apicoplast bestimmt sind, im Zellkern. Sie bringen quasi molekulare "Adressaufkleber", so genannte Transitpeptide hervor. "Es ist vergleichbar mit einer Theaterkarte. Besitzen die Proteine die richtige Karte, kommen sie rein. Wenn nicht, bleiben sie draußen. Wir wollten wissen, was auf der Karte geschrieben steht", zieht McFadden den Vergleich.


Nach der Identifizierung von Genen für bestimmte Transitpeptide durchkämmte das Forscherteam die Malaria-Genomdatenbank, um ähnliche Transitpeptide zu finden. Man entdeckte 466. Jedes könnte die Zielscheibe für ein Medikament sein. Dyan Wirth von der Harvard Malaria Initiative begrüßt die Entdeckung, da "die Pipeline für Malaria-Medikamente beinahe trocken gelaufen ist." Medikamente werden ihrer Meinung nach der zentrale Faktor in der Malaria-Kontrolle und auch in der Behandlung der nächsten Jahrzehnte sein. Die Impfstoffe der ersten Generation seien nur marginal wirksam. McFadden plant im nächsten Schritt Tests mit Herbiziden gegen einige der neu identifizierten Proteine.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au

Weitere Berichte zu: Apicoplast Malaria-Medikament Protein Transitpeptid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften