Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Umfassender Ansatz zur Reform der klinischen Ausbildung"

30.01.2003


In seinem Gutachten bestätigt der Wissenschaftsrat die innovative Leistung und führende Rolle der Heidelberger Medizinerausbildung heicumed


Manuelle Fähigkeiten wie das Intubieren werden am Simulator geübt / Foto: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg



Wer in Heidelberg klinische Medizin studiert, wird umfassend auf die praktische Tätigkeit als Arzt vorbereitet, hat oft exzellente, über dem Bundesdurchschnitt liegende Examensergebnisse und kann zudem fast immer eine wissenschaftliche Doktorarbeit vorweisen. Etwa 90 Prozent der Heidelberger Medizinstudenten promovieren, während es im Bundesgebiet im Durchschnitt nur 60 Prozent sind.



Diese Tatsachen hat der Wissenschaftsrat Mitte Januar in seiner "Stellungnahme zur weiteren Entwicklung der Medizinischen Einrichtungen der Universität Heidelberg" hervorgehoben. Darin bezeichnet er den neuen Medizinstudiengang an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg als "einen der umfassendsten Ansätze zur Reform der klinischen Ausbildung in Deutschland." Damit würdigte der Wissenschaftsrat die Einführung des innovativen Curriculums heicumed ("Heidelberger Curriculum Medicinale") vor zwei Jahren und bescheinigt der Heidelberger Fakultät nicht nur exzellente wissenschaftliche Ergebnisse, sondern auch "ein eigenständiges Lehrprofil, das beispielgebend für Baden-Württemberg und die ganze Bundesrepublik ist".

Engagement für die Lehre wird belohnt / Reform der Vorklinik in Vorbereitung

"Durch das positive Gutachten des Wissenschaftsrates wird die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre bestätigt", erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Günther Sonntag, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Denn mit heicumed hat die Fakultät weitgehend die Anforderungen der neuen Approbationsordnung an eine praxisgerechte Medizinerausbildung erfüllt, die andere Universitäten im Laufe des Jahres noch umsetzen müssen. Erste wirksame Anreize für das dauerhafte Engagement in der Lehre sind gesetzt, bestätigt der Wissenschaftsrat. So werden besonders aktive Dozenten ausgezeichnet; ein Teil der Forschungsfördermittel des Landes Baden-Württemberg wird den klinischen und wissenschaftlichen Abteilungen des Heidelberger Klinikums gemäß ihres Engagements für die Lehre zugewiesen.

Bestand das Medizinstudium früher überwiegend aus Vorlesungen und Kursen mit Frontalunterricht sowie dem reinen Auswendiglernen von Fakten, so lernen die Medizinstudenten im heicumed vor allem, das Beschwerdebild von Patienten in den richtigen klinischen Zusammenhang einzuordnen. Fächerübergreifend werden Symptome wie "Kopfschmerzen" oder "Müdigkeit" behandelt. Die Studenten lösen klinische Fälle, zum Teil an "simulierten Patienten, die von Schauspielern gemimt werden. Manuelle Fähigkeiten wie Intubieren oder das Anlegen von Infusionen werden in einem "Skills Lab" erlernt. Als positiv hebt der Wissenschaftsrat die begleitende Entwicklung elektronischer interaktiver Lehrmedien hervor, die sich die Möglichkeiten des Internets zunutze machen.

"Derzeit bereiten wir die Neugestaltung des vorklinischen Studienabschnitts vor", sagt Prof. Dr. Horst Seller, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Denn bereits in dieser Phase des Medizinstudiums sollen die Studenten im fächerübergreifenden Denken und Problemlösen trainiert werden. Das heißt: Sie lernen beispielsweise nicht nur die nötigen Grundkenntnisse zur Anatomie, Physiologie und Biochemie des Herzens, sondern beschäftigen sich mit diesem Organ unter den verschiedenen Blickwinkeln der verschiedenen Fächer - und mit einem frühzeitigen Bezug zu möglichen Erkrankungen und Beschwerdebildern

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de

Weitere Berichte zu: Medizinerausbildung Medizinstudium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise