Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dämpfer für die Heilungsaussichten von Übergewicht

27.01.2003


Forschungsergebnisse von der University of Melbourne zwingen Wissenschaftler, das Potenzial einer hoch gehandelten Heilmethode von Adipositas, welche derzeit in klinischen Versuchsreihen weltweit erprobt wird, zu überdenken.



Leptin, ein vom Körper automatisch produziertes Hormon, wurde von Forschern als neues Schlankeits-Wundermedikament der Zukunft gefeiert. Es wird von den Fettzellen des Körpers gebildet und fungiert im Gehirn als Appetitzügler. Je mehr Fett man hat, desto mehr Leptin wird produziert, und je mehr Leptin produziert wird, desto stärker wird, theoretisch, der Hunger unterdrückt. Das ist eine Art, wie der Körper das Gewicht reguliert.

... mehr zu:
»Diät »Leptin


Forscher fanden heraus, dass die Verabreichung hoher Dosen Leptins an Ratten und Mäuse, deren Appetit zügelte und zu Gewichtsverlust führte. Von diesen Ergebnisse beflügelt, begannen Wissenschaftler, mehrere klinische Versuchsreihen mit übergewichtigen Menschen durchzuführen.

Eine Honours-Studentin der Univeristy of Melbourne, Elena Velkoska, hat den Hoffnungen, dass Leptin die ultimative Lösung ist, nun einen Dämpfer versetzt. Elena Velkoska und ein Team der University of Melbourne testeten zum ersten Mal das Vermögen von Leptin, den Gewichtsverlust nicht nur auszulösen, sondern auch aufrechtzuerhalten. Es war auch das erste Mal, dass eine relativ niedrige Leptindosierung zum Einsatz kam.

Sie stellten die Vermutung auf, dass wenn den Ratten Leptin verabreicht wird, zu einem Zeitpunkt da das natürlich Leptinniveau niedrig war, eine Gewichtzunahme am Ende einer Diät verhindert werden könne. Im Ergebnis zeigte das Leptin jedoch wenig Wirkung, und nach 14 Tagen hatten die Ratten das alte Gewicht wieder erreicht. Die Forschungen sind in der aktuellen Ausgabe des International Journal of Obesity veröffentlicht.

"Die Ergebnisse deuten an, dass Leptin möglicherweise wenig Bedeutung für die Beibehaltung eines durch Diät erreichten Gewichtsverlusts hat," erklärt Elena Velkoska.

Die National Heart Foundation of Australia hat Elena Vekoska ein Doktorandenstipendium verliehen, mit dessen Hilfe sie ihre Arbeit im Bereich der Mechanismen von Fettleibigkeit fortsetzten wird.

Der Grundgedanke, auf der Elena Vekoska’s Hounours-Forschungsarbeit basiert, ist eine aktuelle Theorie nach der unser Gehirn einen Sättigungspunkt für die Aufnahme von Leptin hat.

"Übergewichtige Menschen produzieren bereits soviel Leptin, dass das Gehirn möglicherweise zusätzlich eingehendes Leptin gar nicht mehr wahrnimmt. Sollte dies der Fall sein, so erklärt das auch den durchwachsenen Erfolg der klinischen Leptin-Versuchsreichen," so Elena Velkoska.

Da bei den Versuchen mit kleinen Dosierungen gearbeitet wurde, warnt Elena Velkoska, dass die Möglichkeit besteht, dass eine stärkere Dosis erfolgreicher ist. Auch eine Leptinverabreichung direkt ins Gehirn könnte erfolgsversprechender sein, was aber bei Menschen technisch schwer zu realisieren ist.

"Ratten, und sehr wahrscheinlich auch Menschen, scheinen ein eingebautes Maß für Körpergewicht zu haben," erklärt Professor Margaret Morris, Betreuerin der Forschungsarbeit von Elena Velkoska. "Nach ihrer Diät versuchten die Ratten wahrscheinlich lediglich zu ihrem alten Maß, ihrem normalen Körpergewicht zurückzukehren. Ähnliches wurde bei Menschen beobachtet, die Gewicht aufgrund von Krankheit verloren hatten," so Professor Morris.

"Es gibt viele Faktoren, die für die Regulierung des Körpergewichts verantwortlich sind, und Leptin ist nur einer davon. Weiter Forschungen sind notwendig, im die Rolle von Leptin zu verstehen und dessen zukünftige Bedeutung für der Behandlung von Adipositas zu bestimmen."

"Es gibt einen sehr kleinen Prozentsatz der Bevölkerung, der aufgrund eines fehlenden oder defekten Gens kein Leptin bilden kann. Diese Menschen sind extrem übergewichtig, und für sie ist Leptin von Nutzen. Aber für den Rest der Bevölkerung scheint Leptin von geringer Bedeutung zu sein."

Associate Professor Margaret Morris
Tel.: 0061-3-8344 5745 oder 0061-3-9489 3335
Email: mjmorris@unimelb.edu.au

Elena Velkoska, Deparment of Pharmacology
Tel.: 0061-3-8344 8623 oder Mobil: 0061-417 121 899
Email: e.velkoska@pgrad.unimelb.edu.au

Jason Major, Media Officer University of Melbourne
Tel.: 0061-3-8344 0181 oder Mobil: 0061-421 641 506
E-mail: jmajor@unimelb.edu.au

Sabine Ranke-Heinemann | idw

Weitere Berichte zu: Diät Leptin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie