Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster volldigitaler Herzschrittmacher hat in Wien Premiere

23.01.2003



Datenabruf in acht Sekunden – Reprogrammierungszeit zwei Sekunden

... mehr zu:
»C60DR »Herzschrittmacher

In Wien erfolgte heute, Donnerstag, die Präsentation des weltweit "ersten volldigitalen Herzschrittmachers". Die sechsjährige Forschungsarbeit wurde in ein Gerät mit den Maßen 50,6 x 45,9 x 72,5 mm, einem Gewicht von 28,3 Gramm und einem Volumen von 12,7 Kubikzentimeter gepackt. Der Herzschrittmacher, der in Form der digitalen Signale exakt die Reizleitung des Herzens wiedergibt, wird nach Abschluss der internationalen Studie in ganz Europa allgemein verfügbar sein. Die weltweite Erstimplantation findet Ende Januar an der Grazer Universitätsklinik statt. Weitere vier österreichische Herzschrittmacher-Zentren, das Wiener AKH, das Krankenhaus St. Pölten, Krems und Lainz, werden an einer Studie teilnehmen. Hersteller des Herzschrittmachers Vitatron C60DR ist der niederländische Medizintechnik-Konzern Vitratron.

Der Schrittmacher teilt schon beim Abrufen der Daten dem Behandler mit, ob die gewählte Programmierung den Bedürfnissen des Patienten entspricht. Verbesserungsvorschläge liefert der Schrittmacher selbstständig. "Die Reprogrammierungszeit dauert weniger als zwei Sekunden", erklärte Rob J. W. ten Hoedt, Vice President und Generalmanager von Vitatron im Rahmen einer Pressekonferenz. Weiters werden sämtliche diagnostische Parameter wie z.B. Herzfrequenz und Herzrhythmus kontinuierlich erfasst und im Herzschrittmacher abgespeichert.


Die Genauigkeit der gespeicherten diagnostischen Daten sowie ein hochauflösendes intrakardiales EKG, das in Echtzeit am Monitor des Arztes zu sehen ist, werden durch eine Messfrequenz von 800 Hz ermöglicht. Herkömmliche Schrittmacher messen mit einer Frequenz von 100 bis 200 Messungen pro Sekunde. Die bei Vitatron C60DR hohe Impulsdichte wirkt sich auch direkt auf die exaktere Diagnostik aus. "Wir können nun noch besser erkennen, wann und wie es zu Extrasystolen oder anderen Rhythmusstörungen gekommen ist oder wie oft der Patient im Beobachtungszeitraum die Unterstützung des Schrittmachers benötigt hatte", betonte der Herzchirurg Michael Anelli-Monti von der klinischen Abteilung für Herzchirurgie an der Universitätsklinik für Chirurgie in Graz. Anelli-Monti begrüßt zudem die raschere Verfügbarkeit der gespeicherten Datenmenge. Bei herkömmlichen Schrittmachern würde das Abrufen der gespeicherten Daten bis zu acht Minuten dauern. Das neue System benötigt acht Sekunden. Für den Patienten bedeutet dies eine Zeitersparnis, da die Kontrollen weniger lange dauern Da die Elektronik eines einzigen Gerätes immer mehr Daten liefert, können sich Patienten zusätzliche Untersuchungen wie etwa ein 24-Stunden-Holter-EKG (konventionelles 24-Stunden-EKG) ersparen, was die Behandlungskosten reduziert.

Vitatron C60DR steht zurzeit für die klassische Indikation der Bradykardie (verlangsamte Herzaktion) zur Verfügung. In Zukunft will sich Vitatron weiteren neuen Herausforderungen stellen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vitatron.com

Weitere Berichte zu: C60DR Herzschrittmacher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen