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Immer mehr Männern drohen morsche Knochen

23.01.2003


Für den Knochenschwund hat der Volksmund die treffende Bezeichnung "Witwenbuckel" gefunden und auch Ärzte haben sich lange Zeit fast ausschließlich mit der Osteoporose bei Frauen beschäftigt. Zu Unrecht: Wie man heute weiß, kommen Knochenbrüche durch Osteoporose auch bei Männern wesentlich häufiger vor als bisher angenommen. Da die Lebenserwartung auch bei Männern immer mehr ansteigt, wird das vermeintliche "Frauenproblem" schwacher Knochen auch für sie immer bedeutsamer.

Als Sinnbild der Osteoporose gilt seit je das alte Mütterlein, das sich mit einem stark gebeugten Rücken mühsam am Stock vorwärts bewegt. Auch Illustratoren von Märchenbüchern bedienen sich gern solcher Bilder zur Darstellung der sprichwörtlichen "bucklichten Hexe". Die Ursache der typischen krummen Haltung bei Osteoporose sind so genannte Wirbelkörperbrüche, die zur Verkrümmung der Brustwirbelsäule führen.

Gerade von diesem Risiko sind aber auch Männer stark betroffen. Experten schätzen, dass zur Zeit in Deutschland etwa 850.000 Männer im Alter über 50 Jahre unter solchen Wirbelkörperbrüchen leiden. Ihre Zahl wächst jährlich um 1,3 Prozent. In der Altersstufe zwischen 55 und 59 Jahren sind sogar mehr Männer von Wirbelbrüchen betroffen als Frauen.

Erschwerend kommt hinzu: Die Krankheit wird bei Männern oft erst erkannt, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist. Ein weiteres Problem: Wenn bei Männern die Knochen bersten, ist ihre Prognose deutlich schlechter als die vom Knochenbruch betroffener Frauen. Sie sterben häufiger an der Verletzung und müssen nach Knochenbrüchen länger im Krankenhaus liegen als Frauen.

Mit Ausnahme des nach dem Klimakterium einsetzenden Östrogenmangels bei Frauen sind die Risikofaktoren für Osteoporose für beide Geschlechter ziemlich gleich: Eine genetische Veranlagung, Rauchen und zuviel Alkohol schwächen die Knochen ebenso wie eine Langzeitbehandlung mit hohen Dosen von Kortison.

Auch zur Behandlung der Knochenbrüchigkeit werden bei Frauen und Männern die gleichen Maßnahmen empfohlen. Der Wirkstoff Alendronat, ein modernes Bisphosphonat erhöht die Knochendichte an der Wirbelsäule und stoppt so den schleichenden Knochenabbau. Alendronat ist dabei besonders bequem anzuwenden, weil es als "Fosamax einmal wöchentlich" keine tägliche Einnahme mehr erforderlich macht. Sportliche Betätigung und kalziumreiche Nahrung können das Eintreten des Knochenschwundes hinauszögern.

Auch Vitamin D fördert den Wiederaufbau der Knochen. Allerdings nimmt mit dem Alter die Fähigkeit immer mehr ab, Vitamin D aufzunehmen und in der Haut zu bilden. Deshalb gilt für ältere Menschen mehr noch als für Junge: Hinaus an die frische Luft, so oft es geht, und immer wieder Sonne tanken.

Gerd Röckl | Ströbel Communications

Weitere Berichte zu: Alendronat Osteoporose Vitamin D

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