Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter Erik soll künftig bei Zahnimplantationen helfen

22.01.2003


Bevor ein künstlicher Zahn in den Kiefer eingesetzt werden kann, muss der Knochen präzise und sorgfältig präpariert werden. Diese anspruchsvolle Arbeit wird zukünftig vielleicht von Robotern erledigt: An der Entwicklung solcher Operationsgehilfen arbeitet die Firma Reis Robotics aus Obernburg (Landkreis Aschaffenburg) zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Würzburg und Erlangen-Nürnberg.

... mehr zu:
»Roboter »Zahnheilkunde

Das Projekt namens ERIK (Entwicklung eines Robotersystems für das Setzen von Implantaten in knöchernen Strukturen) wird mit 660.200 Euro aus der High-Tech-Offensive der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Koordiniert wird es von Reis Robotics. Die Hochschulpartner sind Prof. Dr.-Ing. Roger Thull vom Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde der Uni Würzburg sowie das Institut für medizinische Physik der Uni Erlangen-Nürnberg.

Wie Prof. Thull erläutert, kann das Projekt mit seiner komplexen Problemstellung nur dann erfolgreich realisiert werden, wenn man es fachübergreifend angeht. Erstens gehe es darum, unter Berücksichtigung des Marktes einen flexiblen Roboter zu entwickeln, dessen Steuerung die Bewegungen der Patienten während des Eingriffs berücksichtigt. Diese technisch-wirtschaftliche Aufgabe liegt in der Verantwortung der Firma Reis.


Zweitens sind Steuerungsdaten nötig, welche die Richtung und Tiefe der Bohrung vorgeben. Sie müssen aus bildgebenden medizinischen Verfahren abgeleitet werden und die verfügbare Knochensubstanz sowie andere anatomische Gegebenheiten des einzelnen Patienten berücksichtigen. Daran arbeiten die Experten aus Erlangen-Nürnberg.

Drittens müssen die Wissenschaftler beurteilen können, wie sich das Instrumenten- und Oberflächendesign des Werkzeugs sowie die Schnittgeschwindigkeiten und die übertragende Kraft bei der Bohrungs-Präparation auf die Gewebe und Zellen des Patienten auswirken. Hierfür wird die Abteilung von Prof. Thull ein Labormodell entwickeln.

Die Würzburger Wissenschaftler erstellen außerdem zusammen mit der Obernburger Firma eine Risikoanalyse für die Zulassung des Roboters als Medizinprodukt. Hier können sie auf die Erfahrungen zurückgreifen, die sich in dem am Lehrstuhl seit einigen Jahren akkreditierten Prüflabor für Medizinprodukte angesammelt haben.

Die Förderbescheide für das ERIK-Projekt wurden den Partnern am 15. Januar in Obernburg offiziell überreicht von Heidrun Piwernetz, der Vizepräsidentin der Regierung von Unterfranken. Die Abteilung für Funktionswerkstoffe der Medizin und Zahnheilkunde setzt damit die Reihe der Industriekooperationen fort, die sie mit dem Bayerischen Forschungsverbund FORBIOMAT erfolgreich begonnen hat.

Weitere Informationen:

Prof. Dr.-Ing. Roger Thull
Telefon 0931 - 201-73520
Fax 0931 - 201-73500
E-Mail: rthfmz@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.zv.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Roboter Zahnheilkunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics